Arbeit

Arbeit ist ein freier Gebrauch der Kräfte und kommt daher nur dem Menschen zu. Sie ist entweder geistige und nur zur Förderung der geistigen Interessen bestimmt, oder sie ist die sog. produktive Arbeit, welche die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse durch sachliche Güter bezweckt, und ist somit wie die menschlichen Zustände und Stimmungen verschiedenen Veränderungen unterworfen. Sie ist die erste und wichtigste Güterquelle. A. Smith sagt: die jährliche Arbeit einer Nation ist die Urquelle, aus welcher sie ihre Reichthümer, d.h. die für den Lebensunterhalt nothwendigen Erzeugnisse, so wie jene zieht, welche sie von anderen Nationen erkaufen muß. So ist die A. als Quelle jedes Reichthums gerade dadurch der mächtigste Sporn, durch die Mannigfaltigkeit und Ausbildung der A. deren Erzeugnisse nach Menge und Werth zu vermehren; und dadurch befördert die A. zugleich die Ausbildung der geistigen und körperlichen Anlagen. – Die meisten Verbesserungen an den hervorbringenden Arbeitskräften, die Geschicklichkeiten und Künste, die hier ihre Anwendung finden, sind aus der Theilung der A. entstanden. Die dadurch hervorgebrachte Steigerung der Erzeugnißfähigkeit wird 3 Ursachen verdankt: 1. der Vermehrung der Geschicklichkeit des einzelnen Arbeiters, 2. dem Zeitersparniß, indem die Zeit des Uebergangs von einer A. zur andern gewonnen wird, 3. der Erfindung so vieler Maschinen (s. Maschine). Die produktiven Arbeiten (die unproduktiven vermehren die sachlichen Güter nicht) zerfallen: 1. in Erdarbeit oder Stoffgewinnung, und diese begreift: die Gewinnung der Mineralien, den Bergbau; die Gewinnung von pflanzlichen und thierischen Stoffen, und zwar von wilden und zahmen Pflanzen und Thieren, Ackerbau, Jagd, Forstwirthschaft. 2. Umänderung der rohen Stoffe, um aus ihnen solche Güter zu bereiten, welche zur Anwendung für bestimmte Zwecke vollkommen tauglich sind (Gewerbsarbeit, Fabrikindustrie). 3. Arbeiten, welche den Uebergang der Güter an andere Menschen vermitteln, also Handelsgeschäfte, Darlehns-, Mieth- und Pachtgeschäfte, um die Benützung eines sachlichen Gutes einem andern auf bestimmte Zeit gegen Zins zu überlassen.


http://www.zeno.org/Herder-1854.

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  • Arbeit — heißt Steigerung zu geistigen Formen. «Gottfried Benn, Provoziertes Leben» Meine Arbeit ist meine eigene Psychotherapie, für die ich obendrein noch Geld bekomme. «Paul Flora [* 1922]; österr. Graphiker und Karikaturist» Zwanghaftes Arbeiten… …   Zitate - Herkunft und Themen

  • Arbeit — Arbeit: Das gemeingerm. Wort mhd. ar‹e›beit, ahd. ar‹a›beit, got. arbaiÞs, aengl. earfođe, aisl. erfiđi ist wahrscheinlich eine Bildung zu einem im germ. Sprachbereich untergegangenen Verb mit der Bed. »verwaist sein, ein zu schwerer körperlicher …   Das Herkunftswörterbuch

  • Arbeit — Sf std. (8. Jh.), mhd. arebeit, ahd. arabeit(i), as. ar␢ed(i) Stammwort. Aus g. * arbaiþi f. Mühsal, Arbeit , auch in gt. arbaiþs, anord. erfiđi, ae. earfođ, afr. arbē(i)d. Das Wort kann ein ti Abstraktum zu einem Verb auf g. * ǣ ja sein (eine… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Arbeit — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • Werk • (Arbeits)Stelle • Job • Mühe • Arbeitskräfte • …   Deutsch Wörterbuch

  • Arbeit — Arbeit, 1) dauernde, angestrengte Anwendung der Körper od. Geisteskräfte zu einem bestimmten Zwecke, s. Arbeiter; 2) das hierdurch Hervorgebrachte. A., die Quelle des allgemeinen Wohlstandes, erst in neuerer Zeit als das allgemein erwerbende… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Arbeit — Arbeit, im weitern Sinne jede Äußerung einer Kraft zur Überwindung eines Widerstandes, kann durch Naturkräfte, Maschinen, Menschen, Tiere geleistet werden; im engern Sinne die bewußte, menschliche, auf Wertschaffung gerichtete Tätigkeit. Man… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Arbeit — nennt man im Allgemeinen jedes Geschäft, das mit Ernst und Anstrengung einen nützlichen Zweck verbindet und sonach dem Spiele entgegengesetzt ist. Knüpft sich an ein solches Bestreben, etwas Nützliches zu leisten, außerdem noch ein lebhaftes… …   Damen Conversations Lexikon

  • Arbeit — 1. ↑Job, ↑Maloche, 2. Pensum …   Das große Fremdwörterbuch

  • Arbeit — 1. Angefangene Arbeit ist halb gethan. Frz.: Besogne commencée est à moitié faite. – Besogne qui plaît est à moitié faite. 2. An der Arbeit erkennt man den guten Arbeiter. (Lit.) Frz.: A l ouvrage on connaît l ouvrier. 3. An gethane Arbeit denkt… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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