Batthyani

Batthyani, alte adelige ungar. Familie, die ihren Stammbaum bis auf Eörs, einen der Heerführer Arpads zurückführen will; den Namen B. führt sie seit 1390 von dem Gute Batthyan, unweit Stuhlweißenburg, das ihr König Sigismund geschenkt hatte; 1585 wurde sie in den Freiherrnstand, 1630 in den Reichsgrafen-, und 1764 in älterer Linie in den Reichsfürstenstand erhoben. Merkwürdige B. sind: Balthasar, Ban in Bosnien um 1490; sein Sohn Franz war Ban von Kroatien und Slavonien, focht 1526 bei Mohacz und später gegen die Türken, st. 1566. Ad am B., Sohn des vorigen, kommandirender General in Niederungarn, 1630 in Grafenstand erhoben. Durch seine Söhne Christoph und Paul theilte sich die Familie in die ältere und jüngere Linie. Die ältere Linie setzte Adam II. fort, gest. als Ban von Kroatien 1703; dessen Söhne nahmen den Titel B. Strattmann an, als mit ihrer Mutter das gräflich strattmannische Geschlecht erlosch. Karl B. Strattmann, geb. 1697, focht unter Prinz Eugen gegen Türken und Franzosen, später im österr. Erbfolgekriege, wurde Feldmarschallieutenant, Ban von Kroatien, 1764 der erste Fürst B., st. 1771. Sein Sohn Adam Wenzel, geb. 1722, Feldzeugmeister und geheimer Rath, st. 1782. Ludwig B., gest. 1806, Vater des noch lebenden Fürsten Philipp B., geb. 1781, und des Grafen Johann Bapt. B., geb. 1784. Sohn des Grafen Anton B. (gest. 1828), eines Großneffen von Adam Wenzel ist Graf Kasimir B., geb. 1807, zuerst Oppositionshaupt in der ungar. Kammer, 1849 Kossuths Minister des Auswärtigen, jetzt Flüchtling in England. – Die jüngere von Paul I. gegründete Linie der B. spaltete sich in mehrere Seitenlinien, von denen 1831 die Scharfensteinische erlosch. Graf Ludwig B. 1751–65 Palatin von Ungarn, war Vater Josephs B., geb. 1727, der Priester und 1760 Bischof von Kolocsa, 1776 Primas von Ungarn und Erzbischof von Gran, 1778 Cardinal wurde, gest. 1794. Graf Joh. Ignatz.B., Pinkafeld, geb. 1741, Bischof von Karlsburg 1781, gest. 1798, war der Wohlthäter der siebenbürg. wissenschaftlichen Anstalten. Ludwig Graf B., einem Seitenzweig der sigismundischen Linie angehörig, geb. 1809, seit 1849 Hauptredner der Opposition in der ungar. Magnatentafel, 1847 Kossuths Protector im Wahlkampfe des Pesther Comitats, 1848 Ministerpräsident, welche Stelle er nach der Ermordung des Grafen Lamberg niederlegte. Im Revolutionskriege bewaffnete er seine Dienerschaft und schloß sich an ein Streifkorps an; 1849 den 8. Jan. in Pesth gefangen. wurde er am 5. Okt. durch das Kriegsgericht zum Strange verurtheilt, verwundete sich selbst durch Messerschnitte mehrfach am Halse und wurde den 6. erschossen.


http://www.zeno.org/Herder-1854.

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