Aeolsharfe

Aeolsharfe, das zauberische Instrument, dessen Saiten vom Winde gegriffen, wunderliche Akkorde angeben – ein leiseres Harmonikaspiel der Natur. Ihre Erfindung ist schon alt, und wird dem Pater Kircher zugeschrieben, der um die Mitte des 17. Jahrhunderts lebte. Der Bau einer Aeolsharfe ist sehr einfach. Sie besteht aus einem schmalen langen Kasten, der zum Theil hinten offen steht, damit Luft eindringen kann. Auf dem untenliegenden Resonanzboden sind über zwei Stege acht bis zehn Darmsaiten angebracht; zieht nun der Luftstrom ein, so tönen die Saiten anfangs im Einklang; wird jener stärker, so kommen in bunter Ordnung andere Töne der Tonleiter zum Vorschein, die oft zu fremdartigen Akkorden verschlungen, wechselnd näher kommen, wieder fortgehen, bis sie im leisesten Piano sterben. – Aeolion, Aeolodicon, sind später erfundene charakterlose Instrumente, die wenig Eingang und Anklang gefunden haben.

R. S.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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