Circensische Spiele

Circensische Spiele

Circensische Spiele. Das römische Volk, wenn es denjenigen, der in seinem Namen die Welt regierte, in diesem Geschäft nicht stören sollte, verlangte außer Unterhalt auch Belustigungen, und so entstanden jene prachtvollen Schauspiele, Ovationen, Triumphe. Da aber nicht täglich ein Triumphator durch die Straßen ziehen konnte, bauete man Theater, bauete man in jedem Theile der Stadt einen Circus, in welchem Thiergefechte, See- und Landschlachten gehalten wurden, und diese hießen nach dem Circus, circensische Spiele, und gaben, von dem Volke, was freudetrunken demselben zulief – oder auch von einem öfters in Zeiten der Noth gehörten Ausrufe »Panem et circenses,» – Gelegenheit zu dem Sprichwort, daß die Römer nur Brot und Schauspiele brauchten, um zufrieden zu sein. In der That waren diese Spiele (für Rom, was die Stiergefechte für Spanien, und die Pferderennen, Hahngefechte etc. für London sind) von einer außerordentlichen Pracht, und konnten wohl unterhalten. Die Schönheit des Anblicks wurde durch einen unendlichen Zug von allen Statüen der Götter, und von allen Priestern derselben noch erhöhet. Die bronzenen, marmornen, goldenen Bildsäulen, wurden durch den respect. Göttern geheiligte Thiere fortgeschafft, durch Hirsche, Rehe, Löwen, Panther, Tiger etc. Die Statüen hochgeehrter Kaiser, wie des vergötterten Cäsar, durften nicht fehlen, Elephanten, Kameele, Zebra, Strauße etc. verherrlichten das Fest, die Kämpfer selbst gingen paarweise, ihnen folgten hie Thiere, zum Streit und Opfer bestimmt. Im Circus, während die Zuschauer sich Plätze suchten, ward das Opfer gebracht, worauf die Spiele selbst begannen, wrlche in Wettrennen zu Wagen, zu Pferde und zu Fuß, ferner in Faust- und Ringekämpfen (Pancratium, worin Beides vereint war), Kampfspielen zu Pferde, Carousells, Thiergefechten, Thier- und Menschengefechten und Seeschlachten bestanden. – Zu den Letzteren wurde der Circus unter Wasser gesetzt; bei Thiergefechten verbluteten oft an einem Tage mehrere Hundert Löwen und Elephanten – und Tausende von Menschen (Sklaven, in Fechterschulen dazu abgerichtet).

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Circensische Spiele — Circensische Spiele, diejenige Art der öffentlichen Spiele in Rom, welche an der Stelle der von Romulus eingeführten Consualia, nach der Erbauung des Campus Martius auf diesem gehalten wurden; ursprünglich nur Wettrennen, später auch Lustkämpfe… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Circénsische Spiele — (Ludi circenses), bei den Römern im Circus (s.d.) gefeierte Spiele, ursprünglich bestehend in Pferde und Wagenrennen, wozu jedoch im Laufe der Zeit noch andre Gattungen hinzutraten. Eröffnet wurden die Spiele in der Regel durch einen vom… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Circensische Spiele — Circensische Spiele, s. Zirzensische Spiele …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Circensische Spiele — Circensische Spiele, s. Circus …   Herders Conversations-Lexikon

  • Circensische Spiele — Lageplan des antiken Circus Maximus Ruine der ehemaligen Südtribüne heute …   Deutsch Wikipedia

  • Panem et circénses — (lat.), »Brot und circensische Spiele«, das Losungswort des gemeinen Volkes in Rom nach dem Dichter Juvenal; s. Circensische Spiele …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Leibesübungen — Skulptur Die Gymnastik (griechisch γυμναστική, von gymnázein üben, turnen) ist die Kunst der Leibesübungen. Sie werden so genannt, weil derartige Übungen bei den Griechen nackt (gymnós) ausgeführt wurden. Das Wort bezeichnet: das wissenschaftlich …   Deutsch Wikipedia

  • Ludi — (lat.), Spiele, bes. L. publĭci, in Rom öffentliche Festspiele den Göttern zu Ehren ob, als Dankfeste gefeiert. Sie waren entweder L. stati, zu bestimmter Zeit gefeierte; od. L. votīvi, für gewisse Fälle gelobte; od. L. extraordinarĭi, bei… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Atellane — Theater in Bosra, Syrien Inhaltsverzeichnis 1 Einführung und Entwicklung des Theaters bis 55 v. Chr. 2 Komfort und Ausstattung der Theateranlagen …   Deutsch Wikipedia

  • Gymnastik — Skulptur, die einen Handstand vollführt Die Gymnastik (griechisch: γυμναστική [τέχνη] gymnastiké [téchnē] = „Gymnastik“; γυμνάζω gymnázo = „turnen“, „üben“, „schulen“; γυμνάσιον gymnásion = „Gymnasium“) ist die Kunst der… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”