Clauren, H.

Clauren, H., H., das Namensanagramm des königl. preußischen geheimen Hofrathes Carl Heun, der als Romanschriftsteller vielfach bekannt ist, und einige Zeit fast allgemein beliebt war. Er wurde 1771 zu Dobrilugk in der Niederlausitz geboren, studirte in Leipzig und Göttingen, wurde Sekretair des Ministers von Heinitz in Berlin, trat in den Staatsdienst, nahm aber später eine Prioatanstellung an. 1803 war er Buchhändler in Leipzig, ging 1806 nach Polen, wurde im folgenden Jahre Sekretair des Fürsten von Hardenberg, und bald darauf Hofrath. Er bekleidete von da an mehrere Stellen im Staatsdienste. – Er trat zuerst mit »der grauen Stube« und »der Mimili« als Erzähler auf. Letztgenannte Erzählung machte wegen ihres Patriotismus und der darin enthaltenen Schilderung der Schweiz, so wie der originellen, naiv-sentimentalen Heldin, ungemeines Aufsehen. – Er gab hierauf sein Taschenbuch Vergißmeinnicht heraus, welches auf keiner Damentoilette fehlen durfte. Rasch folgte nunmehr Roman auf Roman. Man verschlang begierig, was der Dichter in die Lesewelt sandte; Alles war ein Modeerzeugniß, und die Modelust wollte Befriedigung. Er arbeitete auch für das Theater, und seine Stücke behaupteten einige Jahre lang das Repertoir. – Bald aber kühlte sich die Theilnahme für diesen Damenliebling ab, und die vorherrschende Frivolität seiner letztern Erzeugnisse entfremdete ihm bald die Neigung des eleganten Publikums. Clauren war als unterhaltender Schriftsteller ein bedeutendes Talent. Seine Darstellung ist lebendig, charakteristisch; der Stil pikant, oft witzig, seine Erfindung leicht und gefällig. Später verfiel er in Monotonie. – Auf einen höhern als vorübergehenden Werth können seine Schriften keinen Anspruch machen.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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