Coriolan, Cajus Mucius

Coriolan, Cajus Mucius, zeigte schon als Jüngling im Kriege mit den Volskern Muth und Tapferkeit, so daß ihm der Consul Cominius von der Stadt Corioli den Beinamen Coriolanus verlieh. Es war gerade damals, als die Spannung zwischen den Patriciern und Plebejern auf den Punkt gekommen, in offenbaren Bürgerkrieg aufzulodern; Coriolan hielt sich streng zu den Erstern, und als ihn die Volkstribunen vor ihr Gericht forderten, sollte er von dem tarpejischen Felsen gestürzt werden. Die Bemühungen seiner Freunde und seine Beredsamkeit retteten ihn vom Tode, nicht aber vom Exil. Er begab sich in das Lager der Volsker, ward von diesen zum Anführer erwählt, und seine Heere standen im Angesichte Roms, als Coriolan's Mutter und Gattin an der Spitze eines Zuges römischer Frauen sich zu ihm begaben, um Schonung für die Stadt zu erflehen. Coriolan konnte der Stimme des Vaterlandes nicht widerstehen und führte die Heere zurück. In einem Aufstande, der im Lager erregt worden war, fand Coriolan den Tod; der Senat aber ließ einen Tempel dem Glücke der Treuen errichten, und die Mutter des vom Vaterlande undankbar Ausgestoßenen ward dessen erste Priesterin.

X.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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