Agamemnon, König von Argos

Agamemnon, König von Argos, war König von Argos und Gemahl der Klytämnestra. Nach Homer glich er an Augen und Mienen dem Zeus, an breiter Brust und kräftigen Hüften dem Kriegsgott. Als er, der Erbe des größten Reiches in Griechenland und selbst Eroberer, nach Entführung der Helena mit seinem Bruder Menelaos Griechenland durchreiste, um die Fürsten aufzufordern zum Kriege gegen Troja, begaben sie sich alle unter seinen Oberbefehl. Da aber die in Aulis versammelte Kriegsflotte durch Sturm und Windesstille zurückgehalten ward, mußte sich Agamemnon nach dem Ausspruche des Sehers Kalchas bequemen, der zürnenden Artemis zur Sühne seine Tochter Iphigenia zu opfern, die jedoch von der Göttin im Schleier einer Wolke nach Tauris entrückt ward, indem sie statt derselben dem Opferaltar eine Hindin brachte. Vor Troja gerieth er im zehnten Jahre der Belagerung mit Achilleus in heftigen Streit, weil er ihm die schöne Briseis als Kampfpreis nicht gönnen mochte. Als Troja's Mauern sanken, fiel ihm mit andern Schätzen die prophetische Kassandra (s. d. Art.) als Siegesbeute zu. Sein Ende war tragisch. Während seines Zugs nach Troja hatte Aegisthos sich die Gunst Klytämnestra's zu verschaffen gewußt. Als Agamemnon heimgekehrt war, ließ ihn daher entweder seine Gemahlin, zugleich aus Eifersucht über Kassandra, im Bade ermorden, indem sie ein verstrickendes Badegewand über ihn warf, oder er ward von Aegisthos bei einem Festmahle mit seinen Begleitern überfallen und niedergehauen. Sein Schicksal hat der tragischen Bühne vielfältigen Stoff gegeben.

1.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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