Dionäa (Botanik)

Dionäa (Botanik), Venusfliegenfalle, (dionaea muscipula). Eine höchst merkwürdige Pflanze, die in den feuchten und schattigen Distrikten Nordamerika's, vorzüglich in Sudcarolina, wild wächst und viel Aehnlichkeit mit unserm rundblättrigen Sonnenthau (drosera rotundifolia) hat. Die Wurzel ist dauernd und schuppig. Im Kreise um dieselbe herum stehen die eirunden, saftigen, etwas zurückgebogenen Blätter, am Rande mit kleinen Stacheln, auf der Oberfläche mit röthlichen Drüsen besetzt. Jedes Blatt besteht aus zwei Gliedern, das untere den Stiel, das obere das eigentliche Blatt bildend. In der Mitte erhebt sich ein 6 Zoll hoher Stengel, welcher gar keine Blätter, am Gipfel aber einen Strauß weißer Blumen trägt. In Deutschland hat man die Pflanze noch nicht zur Blüthe gebracht. Als besondere Eigenthümlichkeit derselben, so wie zur Erklärung ihres Beinamens Fliegenfalle wird der Umstand bemerkt, daß, sobald sich eine Fliege oder irgend ein anderes Insekt auf die Oberfläche eines Wurzelblattes setzt, der lappige Rand augenblicklich zusammenklappt und das Thier wie in einer Falle gefangen sitzt. An ein lebendiges Entkommen ist dann nicht zu denken, indem die Randborsten das Blatt an der Seite, die Nebenborsten von vorn verschließen, und selbst wenn man es mit Gewalt befreien wollte, müßte das Blatt zerrissen werden. Sobald das Insekt jedoch todt ist, und durch seine Bewegung die Theile des Blattes nicht mehr reizt, öffnet sich dasselbe von selbst und läßt den leblosen Gefangenen herausfallen. Der süße, aus den Drüsen der Blätter ausschwitzende Saft scheint die Insekten zu locken.

L. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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