Eiderdunen

Eiderdunen

Eiderdunen, die feinsten Brustfedern der sogenannten Eidergans, die sich im Norden, besonders in Island, Grönland und den orcadischen Inseln aufhält und von den dortigen Einwohnern auf das Sorgfältigste gepflegt wird. Man tödtet das Thier nicht um die Dunen zu gewinnen, sondern zerstört nur die Nester, die von der Gans mit selbst ausgerupften Federn reichlich ausgelegt sind. Noch ehe der Vogel zum Brüten kommt, nimmt man ihm die Dunen weg, und er beginnt die Arbeit von Neuem. Wiederholt er dieselbe 3 Mal in einem Jahr, so kann man von einer Gans auf ½Pfd. ungereinigter Dunen rechnen. 5 Pfd. der besten Eiderdunen reichen hin, ein ganzes Bett auszufüllen; gewöhnlich benutzt man sie jedoch nur zu den leichten Decken, wozu 1½ Pfd. hinreichend sind. Man muß sie vor dem Gebrauch noch besonders zubereiten, indem man eine kleine Hand voll Dunen in eine über Kohlen stehende Casserole legt, und sie mit Hilfe eines kleinen Reißbesens so lange leicht peitscht, bis sie hinreichend aufgequollen sind. Doch ist es rathsam, sich so viel wie möglich vor dem Einathmen des Dampfes zu hüten, da dieser leicht Ohnmachten herbeiführt, besonders wenn die Arbeitenden an der Brust leiden. Höchst angenehm sind die mit Eiderdunen gefüllten Faulenzer-Kissen, wenn auch, für rheumatische Uebel, besonders Zahnschmerzen, nicht wohlthuend: deßhalb ist es auch rathsam, die beliebten Federärmel so einzurichten, daß sie nicht den ganzen Arm umschließen, sondern nur leicht auf demselben aufliegen.

L. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Eiderdunen — Eiderdunen, Eiderente (Eidergans), s. Tauchenten …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Eiderdunen, die — Die Eiderdunen, sing. inus. die zarten Federn von dem Bauche des Eidervogels, welche unter allen Flaumfedern die größte Elasticität haben; in den gemeinen Mundarten Etterdunen, Otterdunen, Fiderdunen, Sterndunen. S. das folgende. Die letzte… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Eidergans — (Eiderente, Eidervogel, Anas mollissima L.), Art aus der Gattung Ente; Hinterzehe mit flügelförmiger Haut, plumper Leib, dicker Kopf, lange Zehen; Schnabel länger als der Lauf, schmal, am Grunde hoch mit 2 nackten Stirnschwielen; Männchen oben… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Färöer — (Far Ör, d.h. Schafinseln), eine der Krone Dänemark angehörige, aus 17 bewohnten u. 8 unbewohnten Felseneilanden bestehende Inselgruppe im nördlichen Atlantischen Ocean, zwischen Island u. den Shetlandinseln, mit einem Gesammtflächenraum von 24… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Eiderente — Eiderente, auch Eidergans genannt (Anas mollissima), eine Art der Gattung Ente; im hohen Norden, besonders an den Küsten von Island, Grönland und Spitzbergen, im Winter nach der Ostsee kommend; gegen 27 lang, das Männchen oberhalb weiß, unten… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Island — Island, 1406 QM. große Insel am nördl. Polarkreise, 150 Ml. von Norwegen, 35 von Grönland entfernt, von stürmischen, selten eisfreien Meeren umgeben, mit zerrissenen Küsten, ganz vulcanisch. Sie ist nur an der Südwestküste bewohnt, das Innere, so …   Herders Conversations-Lexikon

  • Sterndunen — Sterndunen, so v.w. Eiderdunen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Daunen — Daunen, so v.w. Eiderdunen u. Flaumfedern …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Eskĭmos — (Esquimaux, vom Algonkinworte Eskimantick od. Eshkimai, d.i. Rohe Fisch Esser), 1) ursprünglich Name, welchen die Abenakis ihren nördlichen Nachbarn an den Küsten von Labrador beilegten; jetzt 2) allgemeine Bezeichnung eines Volksstammes auf den… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Grönland — Grönland, der Hauptkörper des Arktischen Archipels, entweder eine einzige Insel, od. eine durch Eismassen verbundene Inselgruppe, od. eine große nach Süden hin sich erstreckende Halbinsel eines Polarcontinents, im O. vom Atlantischen Ocean, im W …   Pierer's Universal-Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”