Eis (künstliches)

Eis (künstliches) (künstliches), das beliebteste Erquickungsmittel auf Bällen oder an heißen Tagen. Die Bereitung desselben vor dem Gefrieren ist in jedem Kochbuch zu ersehen, und man bedient sich hierzu der feinsten Crêmes und der edelsten, saftreichsten Früchte, die durch Umlegung mit Eis und beständiges Herumdrehen in demselben zu einer festen Masse gebildet werden, ohne durch den Frost den angenehmen Geschmack zu verlieren. Schon die Griechen und Römer bedienten sich des Eises und Schnees, um ihre Getränke abzukühlen, und entdeckten verschiedene Mittel, das Eis zu erhalten. In neueren Zeiten haben wir durch die Physik selbst gelernt, künstliches Eis zu bereiten, da bei Verdunstung jeder Flüssigkeit Kälte entsteht; man bedient sich des Vitriol- und Salzäthers, um in den heißesten Tagen Eis hervor zu bringen; ja selbst Ostindien, welches nur im Winter auf den Spitzen der hohen Berge die Macht des Frostes kennt, hat die Kunst erlernt, Eis hervorzurufen. – Um die Mitte des 16. Jahrhunderts fing man im Süden an, die Getränke mit Salpeter abzukühlen; nach und nach trieb man die Bereitung des künstlichen Eises immer weiter und es wurde zuletzt ein Gegenstand des Luxus. Man hat es jetzt so weit gebracht, die künstlichsten Formen: Menschen- und Thiergestalten, Früchte u. s. w. aus Vanillen-, Kaffe-, Chocoladen-Crêmes etc. zu bereiten. Die sich hierzu am besten eignenden Gefäße sind von Blech oder besser noch von Blei. Das Eis, welches herumgelegt wird, muß besonders im Sommer mit Salpeter oder Küchensalz bestreut werden, um die Kälte noch mehr zu scharfen und zu erhalten.

L. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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