Eleonore, Gemahlin Kaiser Friedrichs III.

Eleonore, Gemahlin Kaiser Friedrichs III.

Eleonore, Gemahlin Kaiser Friedrichs III., Gemahlin Kaiser Friedrichs III., geborne Prinzessin von Portugal, galt gleich ihren beiden Schwestern für eine der vorzüglichsten Schönheiten unter den Fürstentöchtern Europa's. Der Ruf ihrer Reize, welche durch einen edlen und fröhlichen Charakter und einen klaren, aufgeweckten Geist noch erhöht wurden, drang bis zu dem Kaiser Friedrich III., der bereits 38 Jahre geworden war, ohne noch an eine Vermählung zu denken. Die Lobsprüche, mit welchen man von der holden, erst 15 jährigen Prinzessin Eleonore zu ihm sprach, bestimmten ihn, endlich den Bitten seiner Räthe und dem Wunsche seiner Unterthanen nachzugeben und um ihre Hand zu werben. Er erhielt ein freudiges Jawort, denn auch von ihm war der vortheilhafteste Ruf männlicher Schönheit und Würde bis zu den Ohren Eleonorens gedrungen und hatte ihr jugendliches Herz mit den schönsten Hoffnungen und der heitersten Zuversicht erfüllt, Sie landete in Livorno, wo sie ein Abgesandter des Kaisers mit einem glänzenden Gefolge empfing, um sie nach Siena zu geleiten, wo Friedrich III. sie erwartete. Die erste Zusammenkunft des erlauchten Brautpaars ward durch die gegenseitige Ueberraschung, sich in ihren wenn gleich hoch gespannten Erwartungen übertroffen zu sehen, zur freudigsten Feier. Sobald die hohe Braut sich von der Ermüdung und Anstrengung der Reise erholt hatte, begab sich der Kaiser mit ihr nach Rom, um das Band der Liebe, das jeder Tag fester knüpfte, durch die Weihe des Papstes heiligen zu lassen. Den 9. März 1452 hielt sie ihren Einzug, der an Glanz und Pracht als unübertreffbar gepriesen wurde. Doch überstrahlte nichts den persönlichen Zauber, den ihr die Natur verliehen, und wo sie auch erschien, sah man nichts mehr von dem Schimmer, der sie umgab, man sah nur sie. Mit dem höchsten Pomp und den prächtigsten Feierlichkeiten wurde die Ceremonie der Vermählung von dem Papst vollzogen, und einige Tage darauf Friedrich III. zum römischen Kaiser gekrönt und gesalbt, eine Ehre, welche die junge Kaiserin mit ihrem Gemahl theilte. Allein nur kurze Zeit trug sie diese Krone. Denn nach einer der glücklichsten Ehen, die vielleicht je auf Thronen Statt fand, und nachdem Eleonore alle weiblichen Tugenden, die man früher in ihr nur ahnete, auf das Musterhafteste bewährt hatte, rief sie schon im 30. Jahre ihres Alters und im 15. ihrer Vermählung der Tod noch in dem vollsten Prangen ihrer Schönheit zu einer höheren Laufbahn ab. Sie war den 8. September 1437 geboren, wurde in Rom den 16. März 1452 vermählt, und starb sieben Tage vor ihrem dreißigsten Geburtstag, den 1. September 1467 zu Neustadt, wo drei ihrer Kinder begraben lagen, neben denen auch sie ihre Ruhestätte fand. Des Kaisers Schmerz über ihren Verlust war tief und unauslöschlich. Er wies jeden Vorschlag zu einer neuen Verbindung zurück und bewahrte ihr Andenken heilig in seinem Herzen, das kein lebhafteres Verlangen kannte, als bald mit ihr in einer besseren Welt vereinigt zu werden. Zwei Kinder von den fünfen, die sie ihm geboren hatte der Tod verschont, Maximilian, der nachmals als der Erste dieses Namens seinem Vater in der Regierung folgte, und Kunigunde, welche an Herzog Albrecht von Baiern vermählt wurde.

A.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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