Elisabeth, König Heinrich's VII. von England Gemahlin

Elisabeth, König Heinrich's VII. von England Gemahlin

Elisabeth, König Heinrich's VII. von England Gemahlin, Gemahlin König Heinrich's VII. von England, wurde im Jahr 1466 geboren. Ihr Vater war König Eduard IV. von England, aus dem Hause York, und ihre Mutter Elisabeth, des Grafen von Rivers Tochter, Johann Gray's Witwe. Schon in ihrer frühesten Kindheit ward sie mit dem Dauphin von Frankreich, nachmaligem König Karl VIII., verlobt, aber Ludwig XI., Vater desselben, trennte dieß Bündniß wieder, indem er sein Wort zurück nahm, und die Geschichte sagt, daß der Verdruß über das Mißlingen dieser Verbindung das Leben Eduard's IV. verkürzt habe. Sie selbst war noch zu jung, um sich über die Vereitlung so glänzender Hoffnungen zu betrüben. Als sie zur Jungfrau heran geblüht war, bot ihr Vetter, König Richard III, ihr seine Hand an, und um dieß zu können, ließ er, (wie man ihn laut beschuldigte), die Gemahlin, die er bereits hatte, vergiften. Mit gerechtem Abscheu wies Elisabeth seine Anträge zurück, reizte dadurch aber den Zorn des Wütherichs dermaßen, daß er sie in das Gefängniß werfen ließ, aus welchem nur sein Tod sie befreite Der Graf Heinrich von Richmond. aus dem Hause Lancaster, tödtete Richard III. und bestieg als König unter dem Namen Heinrich VII. den englischen Thron. Er machte es zu einem seiner ersten Geschäfte, den Kerker der Prinzessin zu öffnen, und sie zu ihrer Mutter nach London zurück zu senden. Das einmüthige Verlangen des Volks und das Zureden vieler angesehener und friedliebender Personen bewog ihn im folgenden Jahr, sich um Elisabeth zu bewerben, und sich den 8. Januar 1486 mit ihr zu vermählen, durch welche Vereinigung der langwierige und blutige Streit zwischen der rothen und weißen Rose (wie man die Häuser Lancaster und York nach ihren Wappen bezeichnete), ein Ende nahm. Doch so vortheilhaft dieß für König Heinrich VII. auch war, und so viel Verstand und liebenswürdige Eigenschaften Elisabeth auch besaß, so brach doch oft ein Widerwille gegen sie aus seinem Gemüth hervor, der sich auf seine tief eingewurzelte Abneigung gegen die ihm bisher so feindlich gesinnt gewesene Familie York zu begründen schien, wodurch oft die Tage der sanft und schweigend duldenden Gattin verbittert wurden. Stets begegnete sie den unverschuldeten Kränkungen mit Gelassenheit und Gute, und das Volk, das ihren ganzen Werth erkannte, betete sie an; was nicht selten die Eifersucht des Königs erregte. Den 25. November 1488 wurde sie unter dem großen Jubel allgemeiner Huldigungen gekrönt. Sie gebar drei Prinzen, von welchen aber nur der mittelste, der nachmals als König Heinrich VIII. über England herrschte, am Leben blieb. Auch hinterließ sie drei Töchter, von welchen die eine, Margarethe, König Jakob's Vl. von Schottland, und die andere, Maria, König Ludwig's XII. von Frankreich Gemahlin wurde. Die dritte, bei deren Geburt sie im Jahr 1503 starb, lebte nur kurze Zeit, und liegt sammt ihrer Mutter in der prächtigen Kapelle begraben, welche ihr König Heinrich VII. in der Westminsterabtei hatte erbauen lassen.

A.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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