Elsler, Therese und Fanny

Elsler, Therese und Fanny, ausgezeichnete Tänzerinnen, welche das Vorurtheil anderer Nationen, als könnten nur Frankreich und Italien würdige Repräsentantinnen der Terpsichore hervorbringen, glücklich besiegten. Sie wurden um 1810 und 12 in Wien geboren, erhielten ihre erste Bildung bei dem Palfy'schen Kinderballet im Theater a. d. Wien unter Horschelt's Leitung, traten, schon erwachsen, zum k. k. Kärnthnerthortheater über, waren zwei Mal die Wintersaison über in Neapel und Mailand engagirt und gastirten in einer Reihe von Jahren auf den Theatern zu Berlin, Petersburg, London, Paris etc. Am letztgenannten Orte trat die jüngere Schwester Fanny sogar als gefährliche Rivalin der berühmten Taglioni auf. Bewundert man bei der altern Schwester, namentlich die Souplesse, Kraft und Kühnheit der Tanzfiguren, so zeichnet sich die jüngere dagegen durch reizende Anmuth, Elasticität der Bewegungen, Grazie der Formen, Geschmeidigkeit und Leichtigkeit aus. – Einen, an die Zeiten der Sontag erinnernden Enthusiasmus erregten diese Tänzerinnen namentlich in Berlin, wo sehr viele mehr und minder gelungene Portraits derselben erschienen sind. Die trefflichste Leistung der Fanny Elsler ist die des schweizer Milchmädchens in dem gleichnamigen Ballet, wo auch ihre Mimik – in welcher übrigens die Schwestern weit hinter der Taglioni zurückstehen – ausreicht. – 1834 vermählte sie sich in Paris mit dem Dr. Veron, Intendanten der italienischen Oper und bleibt so für immer an Paris gefesselt.

B.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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