Estrada, Maria d'

Estrada, Maria d', Maria d', die Gemahlin des Eroberers und Entdeckers Fernando Cortez (s. d.). Dieser war, nachdem er seine frühere Laufbahn als Rechtsgelehrter verlassen, mit dem Adelantado Velasquez nach Cuba gegangen. Hier gewann er die Neigung Maria's, der Tochter eines Capitano, des Giovanni d' Estrada, und vermählte sich mit ihr. Aber schon in den ersten Wochen des begonnenen Eheglückes beauftragte der Adelantado den jungen kühnen Mann, den er bereits bei mehreren Gelegenheiten als ausnehmend tapfer und klug hatte kennen gelernt, mit einer Expedition nach dem westlich von Cuba gelegenen Festlande. Er gab ihm 10 Schiffe, 600 Mann schlecht bewaffneter Truppen und 18 Pferde nebst 14 Feldstücken. Damit sollte er auf Entdeckungen und Eroberungen ausgehen. Maria, das liebende Weib, konnte sich von dem Gatten nicht trennen. Sie wollte lieber tausendfältige Gefahren in unbekannten Gegenden und unter wilden Völkerschaften mit ihm theilen, als auf Cuba in trauriger Einsamkeit vom theuern Gatten getrennt zurückbleiben. So bestieg sie an seiner Seite das Admiralschiff und landete mit ihm in der Gegend des heutigen Vera-Cruz am 2 April 1519. Hier begann für die Frau ein neues Leben. Um den Gatten überall hin begleiten zu können, hüllte sie sich in männliche Kleider, verbarg ihre schönen, dunkeln Locken in einem schweren Eisenhelm, bedeckte den zarten, nicht für den Kampf gebildeten Körper mit einem Panzerhemd von ehernen Ringen; Schild und Schwert und Feuerrohr vollendete die übrige Bewaffnung der reizenden Amazone. So gerüstet zog sie an Cortez Seite in jeden Kampf. Zuerst wurden die Tlaskalaner besiegt und zu Bundesgenossen gemacht, hierauf ward Mexiko (Tenochtitlan) angegriffen und nach kurzem Kampf erobert. In allen Gefahren vergaß Maria ihr Geschlecht; doch war sie im stillen Lager, im traulichen Zelte wieder die zärtliche, liebevolle Gattin, während sie im Gefechte mit einem wahrhaft bewunderungswürdigen Heldenmuthe, mit einer Kühnheit kämpfte, welche selbst Männern Ehre und Achtung erworben haben würde. Nicht selten bahnte sie sich allein den Weg durch die zahllosen Scharen der Feinde und ihren Pfeilregen. – Cortez hatte eine Neigung zur Grausamkeit, die späterhin auf das Wildeste ausartete. Maria, sein und der Besiegten Schutzengel zügelte Jene. Auf ihre Veranlassung, und gerührt von ihrer holden Bitte, behandelte er die Unterjochten mit Milde und Güte, schaffte die scheußlichen Menschenopfer der Mexikaner ab, und reinigte die Tempel vom Blut der schuldlosen Geschlachteten. Ihrer feurigen, hinreißenden Beredsamkeit dankt er es, daß der größte Theil einer zweiten Erpedition, welche Velasquez nachgeschickt, zu ihm überging. Der Adelantado nämlich, eifersüchtig auf die ungeheuern Erfolge des ersten Unternehmens, beorderte 800 Mann, 80 Reiter und 12 Geschütze auf 18 Schiffen unter dem Befehl des Admirals Nervaez nach dem Festlande, mit dem Auftrage, sich des Feldherrn zu bemächtigen und ihn gefesselt nach Cuba zu senden. Er wollte ihm seine Eroberungen zugleich mit seinem Ruhme entreißen. Maria's Klugheit rettete den Geliebten. Der größte Theil des neuen Heeres schloß sich dem ältern an, der andere wurde geschlagen und triumphirend zog Fernando nach Mexiko zurück. Dort war indessen eine Empörung ausgebrochen. Cortez schritt mit Kraft ein – Montezuma, der Kaiser von Mexiko, wurde gefangen und als Geisel für die Ruhe festgenommen. Das Volk stürmte den Palast, in welchem sich die Spanier verschanzt hatten. Cortez führte den Kaiser auf die Terrasse, um die Rebellen über sein Leben zu beruhigen. Aber ein Steinhagel flog ihnen entgegen – Montezuma wurde schwer verwundet, Maria getödtet. Mit ihr war der Engel der Milde und Schonung von C. gewichen. – Wie bisher die Liebe alle seine Schritte geleitet, so war es nunmehr die Strenge, die grausame Rachsucht. Er wurde zum Rückzug gezwungen, kam aber mit Verstärkung wieder und schritt über Berge von Leichen in die eroberte Stadt. Um die Habsucht der Spanier zu befriedigen, ließ er den neuen Kaiser Guatimozin, welchem er das Geständniß über vergrabene Schätze entreißen wollte, auf glühende Kohlen legen und so zu Tode martern. Er befleckte durch solche Thaten seinen Heldenruhm! Hätte ihm das neidische Geschick nicht so frühzeitig die sanfte, tugendhafte Maria geraubt, er stände reiner in der Geschichte da.

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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