Fiesco, Johann Ludwig, Graf v.

Fiesco, Johann Ludwig, Graf v., Johann Ludwig, Graf von Lavagna, der Held des bekannten Schiller'schen Trauerspiels. Die Familie, aus der er abstammte, wetteiferte mit denen der Grimaldi, Doria und Spinola um den Besitz der höchsten Würden; die letzten beiden behaupteten in Genua das Interesse der Ghibellinen, während die Fieschi und die Grimaldi Guelfen waren. Von seinen Ahnen hatte Fiesco, ein Jüngling, der die glänzendsten Eigenschaften des Körpers und Geistes vereinigte, den Haß gegen die Doria geerbt, unter deren Gewaltherrschaft die Republik schmachtete. Andreas Doria, mehr aber noch sein Neffe, der rohe, übermüthige Gianettino, unterdrückten die Freiheiten des Volkes, das bereits gährte, als Fiesco sich an die Spitze der Unzufriedenen stellte, die sich zum Untergange der Doria verschworen. Fiesco's Reichthümer schafften schnell die zu einem so kühnen Unternehmen erforderlichen Mittel herbei, und sein Ansehen bewog selbst eine auswärtige Macht, dem Herzog von Parma und Piacenza seine Unterstützung zuzusagen. Die Nacht des 2. Januar 1547 ward zur Ausführung bestimmt und die Truppen, die in Fiesco's Solde standen, versammelt. Zwei seiner Brüder sollten sich der Thore der Stadt und des Palastes der Doria versichern, er selbst und Verrina, einer der Ungestümsten unter den Verschwornen, wollten sich des Hafens bemächtigen, um hier zuerst die Gewalt der Tyrannen zu brechen. Alles schien zu glücken, Gianettino Doria war im ersten Gewühl ermordet worden, der Doge hingegen hatte sich auf die Flucht begeben. Fiesco erkämpfte den Eingang zu dem Hafen, fiel jedoch, indem er eine der Galeeren besteigen wollte, in das Meer, und konnte in der Dunkelheit der Nacht und wegen der Schwere seiner Rüstung, die ihn niederdrückte, nicht gerettet werden. Verrina verlor den Muth, die Verschwornen, ihres Anführers beraubt, mußten nothgedrungen mit dem Senate unterhandeln und so ihr schon halb errungenes Ziel wieder verloren geben.

T.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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