Fixsterne

Fixsterne

Fixsterne, nennt man die unzählbaren, mit glänzendem funkelndem Lichte bemerkbaren Sterne am Himmelsgewölbe, welche sich vom Planeten dardurch unterscheiden, daß sie unveränderlich denselben Platz untereinander einnehmen, während die Planeten Wandelsterne heißen, und ihren Ort aunaufhörlich verändern. Um sich die Bestimmung und Beobachtung derselben leichter zu machen, theilt man alle Sterne in acht Klassen. In solche, welche gleich nach Sonnenuntergang sichtbar werden, als Sterne erster Größe, Sterne zweiter, die etwas später erscheinen, in Sterne dritter, vierter und fünfter und endlich sechster Größe, welche nur in einer völlig klaren Winternacht noch mit bloßem Auge sichtbar sind. Die siebente Klasse umfaßt alle die, welche man mit bloßem Auge nicht mehr sieht, unter dem allgeminen Namen teleskopische Sterne. Zur 8. Klasse gehören die Nebelflecken und Sternhaufen, welche so klein sind, daß man schon höchst vollkommene Fernröhre braucht, um sie zu erkennen. Seit uralter Zeit hat man die Fixsterne, welche regellos zerstreut durch den ganzen Himmel stehen, in gewisse Gruppen abgetheilt, so daß man sie leichter unterscheiden und die bezeichneten leichter finden könne. Mann nennt diese Gruppen Sternbilder, davon sind die zwei auffallendsten beinahe Jedermann bekannt sind, der Himmelswagen oder der große Bär, und der, die klaren Winternächte schmückende, prachtvolle Orion. (S. Sternbilder) Natürlich hat man in diese nur die mit bloßem Augen sichtbaren aufgenommen, und deren sind nach den ältern Fixsternverzeichnissen ungefähr 4000, nach den neuesten nahe an 7000; allein die Zahl der mit guten Fernröhren bemerkbaren beläuft sich, einer mäßigen Schätzung nach, auf 75 Millionen. Unter den vielen hundert Nebelflecken sind welche, die durch Riesenteleskope betrachtet, sich wieder in Sternenheere, gleich unserer Milchstraße, auflösen lassen, und höchst wahrscheinlich sehen wir die größte Anzahl von Sternen nicht, weil sie uns so fern stehen, daß wir mit den besten Instrumenten sie doch nicht erreichen können. Den nächsten Fixstern glaubt man in dem Sirius zu finden, weil er den hellsten Glanz hat, und schätzt ihn wenigstens auf 4 Trillionen und 536,000 Billionen Meilen von uns entfernt. Um diese Entfernung zu durchlaufen, braucht das Licht, welches 40,000 Meilen in einer Secunde zurücklegt, 3 Jahr, 7 Monat und 20 Tage.

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Fixsterne — (Stellae fixae, »festgeheftete Sterne«; hierzu die Doppelkarte »Fixsterne des nördlichen und des südlichen Sternenhimmels« und die »Karte der Äquatorialzone des gestirnten Himmels«, mit Textblatt: Sternbilder etc.), die große Mehrzahl der Sterne …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Fixsterne — Fixsterne, die miteigenem Lichte funkelnd leuchtenden Sterne, welche gegen einander ihre Stelle am Himmel in gewöhnlicher Beobachtung unverändert behaupten u. selbst durch die besten Fernröhre unvergrößert, ja (weil dann das Funkeln wegfällt) nur …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Fixsterne — Fixsterne, d.h. unbewegliche Sterne, so genannt, weil man ihnen im Gegensatz zu den Planeten und Kometen außer der durch die Umdrehung der Erde um ihre Achse bedingten scheinbaren täglichen Umdrehung von Ost nach West, ferner der durch den Umlauf …   Kleines Konversations-Lexikon

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  • Fixsterne — Fịxsterne,   aus dem Altertum stammende Bezeichnung für die später als große selbstleuchende Gaskugeln ähnlich der Sonne erkannten, in unterschiedlicher Entfernung von der Erde im Weltall befindlichen Sterne, die als unregelmäßig verteilte… …   Universal-Lexikon

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  • Francis Triesnecker — Franz de Paula Triesnecker (* 2. April 1745 in Mallon, Kirchberg am Wagram; † 29. Januar 1817 in Wien) war ein österreichischer Astronom, Geodät, Mathematiker, Philosoph, Jesuit und Theologe. Nach ihm sind ein Mondkrater und eine Rillenstruktur… …   Deutsch Wikipedia

  • Franciscus de Paula Triesnecker — Franz de Paula Triesnecker (* 2. April 1745 in Mallon, Kirchberg am Wagram; † 29. Januar 1817 in Wien) war ein österreichischer Astronom, Geodät, Mathematiker, Philosoph, Jesuit und Theologe. Nach ihm sind ein Mondkrater und eine Rillenstruktur… …   Deutsch Wikipedia

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