Alkali oder Kali

Alkali oder Kali oder Kali, (indem Al nur der aus dem Arabischen entlehnte Artikel ist), eine Reihe von Körpern, welche meistens ätzende Eigenschaft haben, sich mit den Säuren sehr begierig verbinden, und in dieser Mischung das bilden, was wir Salze nennen. Die Verbindungsarbeit nennt man Neutralisation, weil ein solcher Körper, da seine Säure und sein Kali fressende Eigenschaften zeigten – nunmehr sich neutral, gewissermaßen unwirksam verhält. Eigentliche Alkalien sind 4: Kali, Natron, Lithion, Ammoniak. Der letztere hat von seiner Flüchtigkeit den Namen flüchtiges Alkali, während die anderen fixe oder feuerbeständige heißen. Sie heißen auch wohl alle: Laugensalze, weil Kali und Natron aus der Asche ausgelaugt, aus der Lauge durch Abdampfung gewonnen werden. Alkalische Erden gibt es auch 4: Baryt-, Strontian-, Kalk- und Talkerde. Alle sind Metalloxyde, und besitzen rein die ätzende Eigenschaft; sie heißen auch in diesem Zustande kaustische Alkalien, im Gegensatz zu den milden, welche nicht mehr rein, sondern mit Kohlensäure gesättigt, also eigentlich nicht mehr Alkalien, sondern schon Salze sind. In der Haushaltung sind sie, namentlich die beiden ersten, von vielfacher Anwendung: aus Natron oder Soda, (nicht völlig gereinigtes Natron) macht man vorzügliche Seife; noch häufiger bedient man sich des Kali hierzu, ferner seiner Auflösung, der Lauge, zum Waschen, auch kann man sie zur Bereitung von Seife ohne Feuer anwenden, welcher Prozeß zwar langer dauert, aber weniger kostbar ist, und ein reineres Produkt liefert. Alle Flecken, welche in gefärbten Zeugen durch Säuren entstanden sind, entfernt man dadurch, mit Wiederherstellung der früheren Farben; doch muß man eine Auflösung von kohlensaurem Kali nehmen, weil ätzendes Kali zwar den Fleck tilgt, aber daneben einen anderen verursacht, während das kohlensaure Kali ohne alle Gefahr, selbst für die zartesten Stoffe, angewendet werden kann. Schwarze Seidentücher, durch Transpiration roth geworden, darf man nur mit solcher Auflösung überwischen, so weicht die Röthe, und die schwarze Farbe ist wieder da. Eben so kann man die Alkalien zum Färben selbst anwenden, erstens, indem man die Zeuge mit einer Auflösung derselben tränkt, und dann in die mit einer Säure verbundene Farbe bringt; zweitens, indem man eine schon bestehende Farbe durch sie verändert – Blaue Pflanzenfarben werden dadurch grün, gelbe braun, hochrothe purpurfarben, purpurfarbene grün wie die blauen etc.

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Kali — Kali, Kaliumoxyd, vegetabilisches Alkali, Pflanzenlaugensalz, kommt in der Natur niemals rein, sondern stets mit Säuren verbunden vor. Es wird als kohlensaures K. (Potasche) gewöhnlich in den Potaschensiedereien durch Auslaugen der Holzasche,… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Kali — Ka|li1 〈n. 15〉 1. 〈Sammelbez. für〉 Kaliumsalze 2. = Kaliumhydroxid [→ Kalium] Ka|li2 〈m. 6; ostdt.; umg.; Abk. für〉 Kaffeelikör * * * Ka|li [über ↑ Alkali zu arab. al qali = Pflanzenasche, Pottasche]: 1) Grundwort in Fügungen, die versch …   Universal-Lexikon

  • Aluminiumverbindungen — in der Färberei und Druckerei bilden die Grundlage für eine große Zahl von Farben auf allen bekannten Gewebsfasern. Für Wolle ist die Lösung des Kali bezw. des späteren Ammoniakalauns die aus ältesten Zeiten flammende Rotbeize. Der oktaedrische… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Glas — Glas, eine durch Schmelzen erzeugte, bei hoher Temperatur dickflüssige, beim Erkalten allmählich aus dem zähflüssigen in den starren Zustand übergehende, vollständig amorphe Masse, die gewöhnlich aus Verbindungen der Kieselsäure mit mindestens… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Seife — Seife, das Produkt der Einwirkung von ätzenden Alkalien und Wasser auf Fette. Letztere bestehen aus Glyzeriden der Stearinsäure, Palmitinsäure und Ölsäure (Stearin, Palmitin und Olein), und diese Fettsäureglyzerylester werden durch Lösungen von… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Seife [1] — Seife wird hergestellt durch Behandeln von Fett oder fettem Oel mit Lauge, meist durch Sieden, in einzelnen Fällen durch Zusammenrühren des geschmolzenen Fettes mit der Lauge, bisweilen auch auf halbwarmem Wege. Die Laugen sind entweder Kali… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Wasserglas — Wasserglas, glasartige, durch Schmelzung von Kieselerde mit Kali (Kaliwasserglas), Natron (Natronwasserglas), mit Kali und Natron (Doppelwasserglas oder Kalinatronwasserglas) erhaltene, im Wasser lösliche Verbindung, auch Silikat, flüssiges.… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Färberei — Färberei, die Kunst, verschiedenen Stoffen eine beliebige Färbung zu geben, die entweder nur an der Oberfläche haftet oder die ganze Substanz durchdringt. Im ersten Fall kann man mit einem Bindemittel (Leimlösung, trocknende Öle, Firnisse,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Soda — (hierzu Tafel »Sodabereitung« mit Text). mehr oder weniger reines, im großen dargestelltes Kohlensaures Natron (s. d.). Das Salz war als Nitrum den Alten bekannt. Ägypten lieferte natürlich vorkommende S. (Trona) und auch Pottasche aus… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Chromfarben — Chromfarben, als Chromoxyd (Chromgrün), Chromoxydhydrat (Guignets Grün), chromsaures Bleioxyd (Chromgelb), chromsaures Zinkoxyd (Zinkchromgelb), Kadmiumchromat (Kadmiumchromgelb), chromsaurer Kalk (Kalkchromgelb), zinksaures Chromoxyd (Zinkgrün) …   Lexikon der gesamten Technik

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”