Fredegunde, Königin von Frankreich

Fredegunde, Königin von Frankreich

Fredegunde, Königin von Frankreich, Königin von Frankreich, des Königs Chilperich Gemahlin, 543 geboren, von niedrer Abkunst, durch Schönheit und die überwiegenden Eigenschaften ihres lebhaften, aber herrschwüthigen, ränkesüchtigen Geistes zum Throne gelangt, beherrschte ihren schwachen Gemahl und in seinem Namen Frankreich. Von unbegrenztem Ehrgeiz beseelt, scheute sie kein Mittel, das diese Leidenschaft ihr eingab; Chilperich's frühere Gemahlinnen waren von ihr entfernt worden, Siegebert, der König von Austrasien, der gegen Chilperich zu Felde zog, wurde auf ihren Befehl ermordet und ihr Stiefsohn Meroveus, der eine Tochter Siegebert's geheirathet hatte, auf ihre Veranlassung von seinem Vater enterbt und zum Selbstmord getrieben. Fredegunde galt für die Urheberin des allgemeinen Elends, unter dem das Land schmachtete; dazu kam eine fürchterliche Pest, die in Frankreich wüthete, und der die zwei Söhne Fredegundens erlagen. Chlodwig, ein älterer Sohn Chilperich's und Erbe der Krone, wurde von der Königin umgebracht, um ihren Kindern, die sie noch im späten Alter gebar, die Thronfolge zu sichern. Auch nachdem ihr Gemahl 584 durch Meuchelmord um's Leben gekommen war, wußte sie sich unter der Regentschaft ihres Schwagers Guntram ihren Einfluß zu erhalten. Der Sohn des erschlagenen Siegebert, Childebert, zog gegen sie zu Felde, sie schlug ihn in zwei Schlachten, starb aber kurz darauf 597 und hinterließ ihrem Sohne Clothar das Reich. Noch heute findet sich in der Kirche St. Germain-des-Prés das Grabmal dieser Königin, die neben einer unersättlichen Herrschsucht und einer unnatürlichen Grausamkeit doch auch einige große und achtungswerthe Eigenschaften besaß

R.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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