Gélée (Kochkunst)

Gélée (Kochkunst)

Gélée (Kochkunst), heißt in der Kochkunst der dickeingekochte Saft verschiedener Früchte, der in mancherlei Formen zum Dessert gegeben wird. Um ihn in gehöriger Consistenz zu gewinnen, laßt man die Frucht, es sei nun Johannis- oder Himbeere, Apfel oder Quitte (diesen schneidet man die Griebse aus und viertheilt sie), mit etwas Wasser bei beständigem Umrühren gut durchkochen und gießt dann Alles auf ein Haarsieb, wo der Saft allmälig durchträufelt. Von diesem wird nun die halbe Kanne mit ¾ Pfund Zucker versetzt, auf's Neue über das Feuer gebracht und im Kochen einige Male mit kaltem Wasser abgeschreckt, was das nöthige Ausschäumen befördert. Nach und nach verdickt er sich auf solche Weise und gilt für gut, wenn er beim Aufziehen mit dem Schaumlöffel breit und langsam davon abläuft. In die Formen, welche auf großen Tafeln Muscheln, Melonen u. s. w. vorstellen, pflegt man auch bisweilen zur Zierde eingemachte Früchte einzulegen und gießt dann das Gélee, welches indeß natürlich nur von derselben Art sein darf, behutsam darüber; doch muß es dazu vorher noch entweder mit Hausenblase, Kalbsfußstand oder Hirschhorngallerte, was aber am Schlechtesten ist, versetztworden sein, weil es sonst nicht fest genug sein würde. Ist es erkaltet, so hält man die Form einen Augenblick in heißes Wasser und stürzt sie dann rasch auf das Geschirr, in dem das Gélee aufgesetzt werden soll. Ananas, Apfelsinen, Erdbeeren und Citronen sind die feinsten Früchte dazu, doch macht man es sogar von Wein und Arrak.

F.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Gelee — (franz. gelée, spr. schölë), Präparat der Kochkunst u. Konditorei von halbfester Konsistenz. Fruchtgelees bereitet man aus Fruchtsäften mit starkem Zuckerzusatz durch Verdampfen. Andre Mischungen erhalten einen Zusatz von Gelatine (Hausenblase,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Gelée — Schweinskopfsülze Gelee als Süßspeise Gelee (von französisch gelée entlehnt, zurückgehend auf lateinisch gelare „gefrieren, zum Erstarren bringen“) oder Sulz ist gallertartig verfestigter Fle …   Deutsch Wikipedia

  • Gelee — Schweinskopfsülze Gelee als Süßspeise …   Deutsch Wikipedia

  • Geschmack (kulinarisch) — Gemälde von Julius Geertz Die saure Zitrone Als Geschmack wird der komplexe Sinneseindruck bei der Nahrungsaufnahme bezeichnet, der durch das Zusammenspiel von Geschmackssinn, Geruchssinn und Tastsinn entsteht. Etwa 80 Prozent des empfundenen… …   Deutsch Wikipedia

  • Superschmecker — Gemälde von Julius Geertz Die saure Zitrone Als Geschmack wird der komplexe Sinneseindruck bei der Nahrungsaufnahme bezeichnet, der durch das Zusammenspiel von Geschmackssinn, Geruchssinn und Tastsinn entsteht. Etwa 80 Prozent des empfundenen… …   Deutsch Wikipedia

  • Blanc manger — Gestürztes Mandelsülz. Mandelsulz (auch Blanc manger) ist ein altes Gericht, das bereits im Mittelalter bekannt war und das typischerweise ausschließlich aus weißen Zutaten zubereitet wird. Als fleischlose Variante war es auch eine populäre… …   Deutsch Wikipedia

  • Blancmanger — Gestürztes Mandelsülz. Mandelsulz (auch Blanc manger) ist ein altes Gericht, das bereits im Mittelalter bekannt war und das typischerweise ausschließlich aus weißen Zutaten zubereitet wird. Als fleischlose Variante war es auch eine populäre… …   Deutsch Wikipedia

  • Cornus mas — Kornelkirsche Kornelkirsche (Cornus mas), Illustration. Systematik Klasse: Dreifurchenpollen Zweikeimblättrige …   Deutsch Wikipedia

  • Dirndlstrauch — Kornelkirsche Kornelkirsche (Cornus mas), Illustration. Systematik Klasse: Dreifurchenpollen Zweikeimblättrige …   Deutsch Wikipedia

  • Dürlitze — Kornelkirsche Kornelkirsche (Cornus mas), Illustration. Systematik Klasse: Dreifurchenpollen Zweikeimblättrige …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”