Häkeln

Häkeln

Häkeln. Eine der beliebtesten Frauenarbeiten, welche darin besteht, daß man vermittelst der Häkelnadel (es gibt deren mit Gold-, Silber-, Korallen-, Perlmutter- und simpeln Hornetuis, doch die besten bleiben die in Karlsbad verfertigten, an denen sich gleich der Griff ebenfalls in Stahl, wie das Häkchen, das bei jenen erst eingeschraubt werden muß, befindet) einen Faden schlingenförmig dreht, mit dem nämlichen in die Nadel eingehakten Faden durch diese Schlinge wieder hindurch geht, eine neue damit bildet und so fort. Auf diese Manier erhält man ein Schnürchen von beliebiger Länge, was obenauf gerade solche Maschen zeigt, als der Seitenrand der Ferse beim Strumpfstricken. In diese Maschen wird nun nach der Reihe hineingestochen und der Faden durchgezogen, was abermals eine Schlinge gibt; die zweite hinzugefügt, indem die erste noch auf dem Häkchen hängt und den Faden durch beide gezogen, stellt das ganze weitere Verfahren dar. Dieß heißt mit dem halben Auge häkeln; wird indeß bei der zweiten Tour unter der Schlinge hineingestochen, so nennt man dieß mit dem ganzen Auge häkeln, ein Unterschied, der sich durch das entweder Säumchen oder kleine Sterne bildende Gewebe herausstellt. Die Anfänge zu Börsen u. dergl. können auch an Band gemacht werden, und um beim Einhäkeln mehrerer Farben, das Zusammenziehen der Arbeit zu vermeiden, bedient man sich eines für die Weite passenden glatten Brettchens, auf welches die Häkelei verkehrt aufgezogen wird Dadurch behalten auch die Farben die bei einem langwierigen Muster oft gefährdete Frische und die Außenseite bleibt ohne alle Unebenheiten. Eine eigene Seide, cordonnet, nach Belieben stark oder sein, wird zum Häkeln gebraucht, und das Anwenden verschiedener Nüancen, um Muster auszuführen, ist nicht ganz ohne Schwierigkeit, zumal bei großer Anzahl der nöthigen Schattirungen. Gold und Silber wird eingemischt, muß jedoch sehr echt sein, und ist sogar dann noch oft dem fatalen Abspringen unterworfen. Um sich davor zu schützen, werfe man die Rolle in ein Glas Wasser und häkle den Faden gleich feucht ein. Häkeleien in Baumwolle und Wolle werden meist zu Strumpfbändern und Kindersächelchen, vorzüglich Juppchen und Schuhen, ihrer Elasticität halber, verwendet und mit hölzernen oder starken Stahlhaken gearbeitet. A jour-häkeln bezeichnet durchbrochene Muster, und solcher Gestalt sind auch die kleinen Bogenbesetzungen, welche eine so artige, leichte Garnirung für Streifen, Kragen etc. abgeben.

F.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Häkeln — Häkeln, verb. reg. act. mit kleinen Haken herbey zu ziehen suchen. So sagt man von den Katzen, daß sie häkeln, wenn sie mit ihren Klauen spielend einhacken. Zusammen häkeln, an einander häkeln, mit kleinen Haken an einander befestigen. S. auch… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • häkeln — häkeln: I.häkeln:⇨hängen(4) II.häkeln,sich:⇨streiten(II) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • hakeln — Vsw per. Wortschatz oobd. ndd. (19. Jh.) Stammwort. Regionale Variante zu häkeln in verschiedenen Bedeutungen, von denen besonders das bairische Fingerhakeln (an den ineinandergehakten Fingern über den Tisch ziehen) bekannt ist. deutsch S. häkeln …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • häkeln — häkeln: Das seit dem Ende des 17. Jh.s bezeugte Verb ist von der Verkleinerungsbildung mhd. hæ̅kel »Häkchen« (vgl. ↑ Haken) abgeleitet und bedeutete zunächst »‹wie› mit Häkchen fassen« (beachte das von »Haken« abgeleitete »haken« »‹wie› mit einem …   Das Herkunftswörterbuch

  • Häkeln — Häkeln, 1) mit Haken etwas an sich ziehen od. etwas befestigen; 2) eine Art zu stricken, wobei man sich jedoch nur Einer Nadel, der Häkelnadel (Häkchens), bedient; dies ist ein eiserner Stift mit einem Griffe u. statt der Spitze mit einem… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Häkeln — Häkeln, eine dem Stricken verwandte Maschenarbeit, bei der man sich nur einer Nadel (Häkelnadel) bedient. Letztere ist ein Stift aus Metall, Holz, Elfenbein etc., an dessen etwas stumpfer Spitze sich ein Widerhaken befindet, mit dem die Maschen… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • häkeln — Vsw mit der Häkelnadel arbeiten erw. fach. (17. Jh.) Stammwort. Zunächst in allgemeinerer Bedeutung ( mit Haken fassen ) bezeugt. Wohl eine Iterativ Bildung mit l Suffix; aber auch eine Ableitung zum Diminutiv mhd. hækel Häkchen ist nicht… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • häkeln — V. (Aufbaustufe) mit der Häkelnadel einen Faden zu Maschen verschlingen Beispiel: Sie hat einen Schal für ihren Sohn gehäkelt …   Extremes Deutsch

  • Häkeln — Rudolf Epp: Mädchen beim Häkeln einer Bordüre …   Deutsch Wikipedia

  • häkeln — hä|keln [ hɛ:kl̩n] <tr.; hat: eine Handarbeit aus Garn mit einem besonderen, hakenartigen Gerät anfertigen: ein Deckchen, Topflappen häkeln; <auch itr.> sie häkelt immer beim Fernsehen. * * * ha|keln 〈V. tr. u. V. intr.; hat〉 1.… …   Universal-Lexikon

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