Habsburg (Familie)

Habsburg (Familie)

Habsburg (Familie), das erhabene Geschlecht, dessen Sprößlinge seit Jahrhunderten einen der größten Kaiserthrone der Erde schmükken, stammt wahrscheinlich von Ethiko I., einem Herzoge von Elsaß im 7. Jahrhundert, ab. Radeboto erbaute im Jahre 1000 die Habsburg in der Schweiz. Werner II. schrieb sich 1075 in einer Urkunde zuerst Graf von Habsburg. – Spätere Habsburger waren zugleich Grafen von Elsaß. Rudolph II. besaß um 1200 die Grafschaft Aargau und die Schirmvogtei über die Stifter Sekkingen und Marbach. Seine Söhne theilten die Besitzungen und spalteten das Geschlecht in zwei Linien. Später theilte sich eine dieser Linien wieder in die der Grafen von Laufenburg und von Kyburg; der Hauptstamm lebte in Albert IV. fort. Sein Sohn war der berühmte Rudolph von Habsburg, der 1273 zur deutschen Kaiserwürde gelangte und Oestreich, Steiermark, Kärnthen und Krain erwarb. Von ihm an blieb die deutsche Kaiserkrone, mit wenigen Unterbrechungen, bei dem glorreichen Hause Habsburg. Sie erlosch erst in diesem Geschlechte unter dem ehrwürdigen Kaiser Franz II., der als Franz I. das neue Kaiserthum Oestreich gründete. Die Nachkommen Rudolph's von Habsburg erwarben nach und nach in der Schweiz, dem Breisgau, Baden etc. mancherlei Besitzungen, die im Laufe der Zeit durch Kriege, Verträge, Abtretungen wieder verloren gingen. 1474 trat Herzog Sigismund alle habsburgischen Besitzungen mit Ausnahme des Frickthals, Laufenburgs und Rheinfeldens, an die Eidgenossenschaft ab. Diese kamen erst 1802 durch den lüneviller Frieden an die Schweiz. Während dieser Zeit aber vergrößerte sich das Haus Habsburg, jetzt richtiger Oestreich genannt, auf der andern Seite gewaltig. Der herrliche Kaiser Maximilian erbte Burgund, sein Sohn Philipp Spanien. Karl V. verband es mit Deutschland und konnte sich, zugleich Beherrscher der gewaltigen Länder Amerika's, rühmen, daß in seinem Reiche die Sonne nie untergehe. Nach ihm spaltete sich das Besitzthum in zwei Hälften: Spanien, Italien und die Niederlande dann Deutschland. Unter Ferdinand I. kam Böhmen und Ungarn erblich an das Haus Oestreich. Im Successionskriege fiel zwar Spanien an die Bourbons; aber die Niederlande wurden der Hauptlinie erhalten. Sie gingen später wieder verloren; doch erhielt Oestreich mehrere italienische Besitzungen. 1740 erlosch mit Karl VI., der habsburgische Mannsstamm. Die große Maria Theresia stiftete durch ihre Vermählung mit Franz von Lothringen eine neue lothringisch-östreichische Dynastie, welche noch jetzt nicht nur auf den gesammten östreichischen, sondern auch auf den toscanischen, modena'schen und parmesanischen Thronen herrscht. – Das Geschlecht der Habsburger hat der Welt eine Reihe hochberühmter, vielfach verdienter Regenten gegeben; wir erinnern nur an Rudolph von Habsburg, an den ritterlichen Maximilian, den mächtigen, genialen Karl V., Joseph II., Franz II. etc. Eben so reich war die Dynastie an ausgezeichneten Frauen, vor allen ragt die große Maria Theresia hervor. Oestreichische Prinzessinnen schmückten die Throne von Dänemark, Neapel, Frankreich, Brasilien etc.–Jetzt regiert das große Kaiserthum Ferdinand I., mit der seinem Geschlechte angestammten Milde und Biederkeit.

– n.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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