Hagestolz

Hagestolz

Hagestolz. Ein sehr altes, angelsächsisches Wort, das anfänglich nur für einen über die Jugendjahre hinaus ehelos Lebenden gebraucht ward, jetzt aber meistens halbspottend für einen Ehescheuen gilt. Seinen Ursprung soll es von dem Worte Hag, was im Angelsächsischen so viel wie Hof bedeutet, und Stolze, eine Wohnung, haben, was sich demnach so erklären ließe: Einer, der bei einem Andern im verschlossenen Hofe wohnt, d. h. vielleicht ein jüngerer Bruder, dem kein Erbrecht zusteht und der deßhalb von der Gnade des Aeltern abhängend kein Ehebündniß eingehen kann. Im Würtembergischen, der sonstigen Pfalz, Braunschweig und Hannover bestand ehemals für den Landes- oder Gutsherren das Recht, jeden Hagestolz unter seinen Unterthanen ganz oder doch zum Theil zu beerben, doch ist dieser Gebrauch nunmehr aufgehoben.

F.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Hagestolz — Hagestolz,der:⇨Junggeselle Hagestolz→Junggeselle …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Hagestolz — Sm erw. obs. (9. Jh., Form 13. Jh.), mhd. hagestolz, älter hagestalt, ahd. hagustalt, hagastalt, as. hagustald, hagastald Stammwort. Aus g. * hagu stalda m., auch in runen nord. hagustaldaz, anord. haukstaldr, haukstallr (lautlich umgeformt), ae …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Hagestolz — Hagestolz, 1) im Althochdeutschen (haga stalt, hai staldi) ein Lohnknecht, ein Anfänger in einer Sache, bes. aber ein einzeln Wohnender, nicht einer Familie Angehöriger u. kein liegendes Gut Besitzend er; 2) jetzt Einer, welcher nicht durch… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Hagestolz — (eigentlich »Hagbesitzer« im Gegensatz zu Hofbesitzer, a. d. altsächs. hag, umfriedigtes Grundstück, und staldan, besitzen), ursprünglich ein jüngerer Sohn, der als Kleinhäusler bei dem erstgebornen Bruder, dem das väterliche Grundstück zufiel,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Hagestolz — Hagestolz, eigentlich der auf einem Nebengut [hag] sitzende jüngere Sohn; dann s.v.w. alter Junggeselle …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Hagestolz — Hagestolz, althochdeutsch Hagastalt, d.h. ein Alleinwohnender, jetzt ein freiwillig Eheloser, der aus selbstsüchtigen Gründen es verschmäht eine Familie zu stiften …   Herders Conversations-Lexikon

  • Hagestolz — Er ist ein alter Hagestolz: ein unverbesserlicher Junggeselle; er will nicht heiraten. Lange Zeit wurde der zweite Teil des Wortes an ›stolz‹ = superbus angelehnt, wodurch sich die Etymologie ›Einer, der auf seinen Hag stolz ist‹ ergab. Im… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Hagestolz — Carl Spitzweg: Der Hagestolz Ein Hagestolz ist ein älterer Junggeselle. In der Umgangssprache wird der Begriff darüber hinaus in der Bedeutung Junggeselle aus Überzeugung oder Sonderling – ein Mann, der die Ehe verabscheut – gebraucht… …   Deutsch Wikipedia

  • Hagestolz — Ha|ge|stolz 〈m. 1〉 (älterer) Junggeselle [<ahd. hagustalt, eigtl. „Hagbesitzer“ (got. staldan „besitzen“); urspr. „Besitzer eines (umfriedeten) Nebengutes“; diese Nebengüter erhielten die jüngeren Söhne, die wegen des geringen Ertrages nicht… …   Universal-Lexikon

  • Hagestolz — 1. Ein Hagestolz sitzt frei, bis er sich verändert. – Graf, 43, 162. Die Ehelosigkeit wurde im Mittelalter als Ketzerei betrachtet. Ein Vorwurf erwuchs dem Manne aber erst dann daraus, wenn er in die höhern Jahre gekommen war. Um im gesetzlichen… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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