Hutefand, Christian Wilhelm

Hutefand, Christian Wilhelm , geb. 1762 zu Langensalza, wo sein Vater Arzt war, studirte in Tübingen Medicin, übte die Praxis zu Weimar und ward alsdann Leibarzt des Herzogs. Dort stand er mit den gefeierten Geistern der Zeit in freundschaftlicher Verbindung und ging 1801 als Leibarzt des Königs von Preußen nach Berlin. In allen Fächern der Heilkunst hat dieser große, ehrwürdige Arzt sich seltene Verdienste erworben. Hufeland ist in allen ärztlichen Unternehmungen eben so gewandt als glücklich, geschmackvoll und geistreich als Lehrer, ein eben so fleißiger und unermüdlicher als tiefforschender, durchdringender und das Rechte stets treffender Arzt. Er behandelt die Krankheit, die er mit Adlerblicken erspäht, mit eben so viel Vorsicht als Muth, und unterwirft, aller fruchtlosen Gelehrtenkrämerei und Charlatanerie feind, die Grundsätze wie die Anwendung aller ärztlichen Systeme der weltgebietenden Erfahrung. Wenn es Aufgabe des Arztes ist, sich im vollesten Sinne des Wortes als Freund der Menschen zu beweisen, so hat Hufeland sie vollkommen gelöst. Seine Makrobiotik, oder die »Kunst, das menschliche Leben zu verlängern,« muß von Allen gelesen werden, welche die folgenreiche Anwendung dieser göttlichen Kunst an sich selbst zu erfahren wünschen. Unter der großen Anzahl seiner Schriften hat seine »Anleitung zur physischen und moralischen Erziehung des weiblichen Geschlechts,« denselben Beifall gefunden, den ihm seine Praxis bereits bei so vielen Tausenden erwarb.

K.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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