Immortellenkörbchen

Immortellenkörbchen

Immortellenkörbchen sind niedliche Spielereien, die mit vorzüglicher Nettigkeit in den herrnhuter Niederlassungen gefertigt werden und als Bilder eine allerliebste Zimmerdecoration abgeben. Leicht nachahmen kann man sie auf folgende Art: es wird in schwacher Pappe die nach den Seiten oben sanft gebogene Hälfte eines Körbchens ohne Henkel ausgeschnitten. Darauf gezeichnete, kreuzweise stehende und vermittelst eines scharfen Federmessers à jour gearbeitete Sparren stellen das Flechtwerk vor, und auf diese müssen die einzeln abgezupften Immortellenköpfchen so aufgeleimt werden, daß sie aufrecht dicht neben einander stehen und die Cartonunterlage vollkommen decken. Es ist bei einiger Aufmerksamkeit leicht, ganze Schattirungen in diesen Blümchen zu finden, sie zu sortiren und dann nach den Gesetzen von Licht und Schatten anzuwenden, damit der Korb abgerundet, wie gemalt erscheint. Ist er beendet und getrocknet, so leimt man ihn an den Seiten auf ein mit matthellblauem Papier überspanntes Bretchen, das in den zum Bilde bestimmten Rahmen paßt; richtet aber den obern Rand (der Fuß liegt fest auf) so, daß er einen hervorstehenden Bogen bildet, und eine zum Füllen einladende Höhlung zeigt. Letzteres geschieht durch unverwelkliche Moose, malerisch geordnete Immortellen-, Stroh- und karmoisine Winterblumen, vermischt mit zarten, abgetrockneten und gepreßten Farrenkräutern und Schlingpflanzen. Man läßt darüber Halme von Zittergras, Schilfbüschel, Grasblüthen und angemalten Hafer hinausragen. Wer auf dem Lande lebt, kann bei Spaziergängen reiche Vorräthe von diesen Dingen einsammeln und sie mit einiger Phantasie in den Wintertagen zum anmuthigsten Blumenkorbe benutzen. Die herrnhuter Körbe stehen gemeiniglich auf einem Piedestal von Karten mit Schildlein und Inschrift, das durch Festons von gefirnißter Mauerraute geschmückt ist, doch verlieren sie gerade durch diese geschmacklose, bunte Zuthat an ihrer natürlichen Schönheit, und nehmen sich viel besser aus, wenn man sie in einem vollen Moosgrunde gleich auf den Rahmen stellt. Dieser muß wie ein Kastchen hervorstehend und dann vom Glase an ausgeschweift sein. Schwarz gebeizte, mit einem schmalen Bronzerande dicht am Glase sind des Effekts halber denen von Holzbronze vorzuziehen.

F.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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