Janitscharen

Janitscharen

Janitscharen, die ehemals so gefürchtete Kriegsmacht der Türken, welche 1360 von Amurad I. errichtet wurde. Sie waren mit Flinten, Säbeln, Dolchen, Pistolen bewaffnet; ihr Angriff in der Schlacht geschah in Unordnung unter furchtbarem Allahrufe; doch waren sie nur zu dreimaliger Attake verbunden und durften dann ungestraft die Flucht ergreifen. Wie die russischen Strelitzen, gelangten sie bald zu dem mächtigsten Einflusse, der oft selbst für die Sultane verderblich wurde. Ihre Zahl stieg bis auf 100,000, und so widerstrebten sie, im Besitze von Macht und Reichthümern, jedem Versuche, sie zur Kriegszucht und zum Gehorsam zurückzuführen. Erst dem jetzt lebenden Sultan Mahmud II. gelang es 1826, dieß gefährliche Corps, nach schrecklichem, aber vergeblichem Widerstande, bei welchem an 15,000 Mann umkamen, zu vernichten. Mahmud ließ alle ihre Feldzeichen vernichten, ihre Kaffehäuser zerstören und über sie und ihre Moscheen vom Mufti den Fluch aussprechen. – Nach den Janitscharen heißt auch jede rauschende Militairmusik – Janitscharenmusik.

J.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Janitscharen — Janitscharen, (eigentlich Jenkridschari, Jenitschjeri, d.h. neue Krieger, in der Türkei gewöhnlicher Kapikuli, d.i. besoldetes Fußvolk), vor 1825 die reguläre Infanterie bei den Türken. Sie wurden Anfangs 12,000 Mann stark, nach Einigen 1362 n.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Janitscharen — (türk. jeni ṭscheri, »neue Soldaten«), türk. Fußvolk, 1329 von Sultan Orchan aus Kriegsgefangenen, später aus gewaltsam ausgehobenen Christenkindern gebildet. Diese wurden von türkischen Landleuten im Islam erzogen und an Strapazen und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Janitscharen — Janitschāren (türk. jeni tscheri, d.i. neue Miliz), die türk. Miliz, 1329 vom Sultan Orchan aus jungen, zum Übertritt zum Islam gezwungenen christl. Gefangenen errichtet, 1360 von Murad I. organisiert und mit Vorrechten versehen, weshalb auch… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Janitscharen — (Jenitscheri, d.h. junge Leute), das ehemalige türk. Fußvolk, von Sultan Orchan 1329 errichtet, von Murad I. 1360 vollständig organisirt, den Abendländern furchtbar bis über die Mitte des 17. Jahrh., später der Schrecken der Sultane u.… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Janitscharen —   [türkisch yeniçeri »neue Streitmacht«, »neue Truppe«], türkische Fußtruppe, angeblich schon seit 1329, wahrscheinlich jedoch erst seit 1362/63 aus zum Islam übergetretenen christlichen Kriegsgefangenen gebildet und durch die Knabenlese ergänzt …   Universal-Lexikon

  • Janitscharen — Sultan Murads IV. Kammerherr im Kreise der Janitscharen Die Janitscharen (osmanisch ‏یكیچری اوجاغی‎, İA Yeñiçeri Ocaġı, „Janitscharenkorps“, wörtlich „Feuerstelle der neuen Trupp …   Deutsch Wikipedia

  • Memoiren eines Janitscharen — Die Memoiren eines Janitscharen oder Türkische Chronik ist ein seit dem 16. Jahrhundert im slawischen Raum verbreitetes Werk mit dem Erlebnisbericht eines serbischen Janitscharen der Osmanischen Armee. Inhaltsverzeichnis 1 Textgeschichte 2… …   Deutsch Wikipedia

  • Kece — Janitscharen mit Keçe Keçe (Im Deutschen als Ketsche ausgesprochen) war eine den Kopfbedeckungen der Derwische nachgemachte Mütze der osmanischen Eliteeinheit der Janitscharen. Ihr Name entspricht dem türkischen Wort für Filz, da sie aus diesem… …   Deutsch Wikipedia

  • Keçe — Janitscharen mit Keçe Keçe (osmanisch ‏كچه‎, „Filz“) war eine den Kopfbedeckungen der Derwische nachgemachte Mütze der osmanischen Eliteeinheit der Janitscharen. Ihr Name entspricht dem türkischen Wort für …   Deutsch Wikipedia

  • Janitschar — Sultan Murads IV. Kammerherr im Kreise der Janitscharen Die Janitscharen (Einzahl der Janitschar, türkisch Yeniçeri, „neue Truppe“) waren im Osmanischen Reich die Elitetruppen der Infanterie. Sie stellten auch die Leibwache des Sultans und… …   Deutsch Wikipedia

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