Jesus Christus

Jesus Christus

Jesus Christus, der Erretter, Befreier, der Heiland, der eingeborne Sohn des allmächtigen ewigen Gottes, den er in menschlicher Gestalt zur Erde herabgesandt, um die Menschheit zu erlösen aus den Banden des Unglaubens und des Aberglaubens, um sie zu reinigen von den Schlacken der Erbsünde, um eine Weltliebe zu predigen, welche die Kinder der Erde umschließen soll, wie die Sonne das Weltall, um ihnen den Glanz der Auferstehung nach trüber Erdennacht zu verkündigen, Christus, das Ideal der gereinten, erhobenen Menschlichkeit, irdisch fühlend als Mensch, himmlisch wirkend als Gott, die leuchtende Verschmelzung dieser Doppelnatur: er stieg, obgleich aus David's Stamme, um die Demuth als Quell und Anfang jeder Besserung und Erhebung zu manifestiren, von keinem Throne herab, sondern aus einer niedern Hütte, er weihte sich nicht dem, was irdische Eitelkeit als Groß und Rühmlich erkennt – er betete und fastete, in einsamer Beschaulichkeit sich zum großen Werke rüstend; er lehrte mit den Flammenworten der Ueberzeugung, mit den Harmonietönen der Liebe; er war ein Vater der Armen und Niedern, ein Tröster der Reuigen und Verlornen; er stürzte die Götzentempel und führte die Herzen zu einem Gott, zu seinem Vater, der nicht mehr der Gott des Zornes und der Rache, sondern der Gott der Liebe und Milde war, zurück; er, der erhabenste Glaubensheros, besiegelte auch sein großes Werk mit dem Martyrertode. Sein Blut wusch die Menschheit rein, sein Opfertod versöhnte sie mit dem Herrn! Er litt und duldete in Schmach und Verachtung, wies die irdische Krone zurück; denn sein Reich war nicht von dieser Welt, er kämpfte mächtig gegen den irdischen Theil seiner Wesenheit in jener Schmerzensnacht zu Gethsemane, trug sein Kreuz und die blutige Dornenkrone, und vollendete am Kreuze, mit seinem Herzblute die heilige Sendung besiegelnd, welche ihm vom Vater gekommen. – Nach dem dritten Tage stand der Gottessohn wieder auf aus der Grabesnacht und kehrte, da seine Botschaft vollendet war, in die himmlische Heimat zurück, von wannen er gekommen, der befreiten Menschheit sein Vorbild und seine Lehre zurücklassend, als Anker und Stab auf irdischer Pilgerfahrt und nach dem Jenseits. – In jenem Leidensmoment, als der Mensch Christus seine göttliche Seele aushauchte, zerriß ein tausendjähriger Schleier, der die Menschheit umnebelt hielt; das Feuerzeichen des Göttlichen flammte Licht, Wärme, Segen und Freiheit bringend über den Erdkreis und erhellte Aug' und Seele aller Völker; in seinem Strahle erblichen bis dahin glänzende Götzenbilder, der Nachhall seiner Donnersprache bebte über die Welt dahin und stürzte riesige Tempel und Göttergestalten in den Staub darnieder; Millionen wandten das erleuchtete, flehende, sehnend-entzückte Auge nach dem Kreuze auf Golgatha und die Menschheit wurde eine Einheit im Glauben und der Liebe, und hatte ein Jenseits, eine Vergeltung und eine Auferstehung am Throne des Herrn. Die Hölle sank in den Abgrund ihrer eigenen Finsterniß, und seitdem waltet das Licht, der strahlende Sieger. Und der gewaltige Sphärenton, der von einem Ende der Welt zu dem andern zieht, ist die Allliebe!

B.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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