Kamille

Kamille, aus der Familie der Compositeen, zu den Strahlenblumen gehörend, zahlt namentlich 3 Arten. Die edle oder römische Kamille, auch Gartenkamille genannt, aus England und Südeuropa stammend, bei uns in einigen Gegenden in Gärten und auf Feldern zum Gebrauch für die Apotheken gezogen, hat eine ästige, kriechende Wurzel, einen Fuß langen Stengel, die Aeste auf der Erde liegend, doppelt gefiederte, fast glatte Blätter, langgestielte Blumen mit gelber Scheide und vielen weißen Strahlenblümchen. In Gärten variirt diese Art mit gefüllten Blumen, und wird daher als Zierpflanze, auch zur Einfassung der Rabatten und Blumenbeete benutzt. Die stinkende Kamille, Hundskamille auch Krötenkraut genannt; eine jährige Pflanze, die in Deutschland häufig auf Aeckern unter dem Getreide und an trockenen Orten wächst, und im Juli und August blühet. Sie wird sehr viel, besonders von den Landleuten, statt der römischen Kamille als Arzneimittel gebraucht, und unter dem Namen Hundskamille zum Verkauf in die Stadt gebracht, ist aber nicht so stark und wirksam als erstere. Die Färberkamille, mit aufrechtem, ästigem, filzigem Stengel, doppelt gefiederten, unten filzigen Blättern und einzelnen, gipfelständigen Blumen, deren Strahlenblumen wie die Scheide gelb ist. Sie wächst in ganz Deutschland an trockenen Orten, auf Bergen und Feldern und dient zum Gelbfärben. Der medicinische Nutzen der beiden ersten Arten ist allgemein bekannt. In den letztern Jahren hat die Kamille jedoch noch neue Celebrität durch die Homöopathie erlangt, die sie in den kleinsten Gaben, bei vielen Uebeln mit dem außerordentlichsten Erfolg angewendet. Blumensprache: – Wohlthätigkeit.

L. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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