Kellerhals (Botanik)

Kellerhals (Botanik)

Kellerhals (Botanik), zur Familie der Thymeläen oder seidelbastartigen Gewächse gehörend, wächst in Deutschland, vorzüglich in Thüringen in Wäldern. Es ist ein Strauch, dessen schöne rothe Blumen sich im März und April früher als die Blätter entwickeln und der daher zur Gartenzierde dient. Kullivirt erreicht er eine Höhe von 16 Fuß, während er im wilden Zustande nur drei zählt. Die Rinde ist grau und glänzend, die Blätter länglich zugespitzt wie Olivenblätter. Die blaßrothen Blüthen kommen unmittelbar aus den Zweigen ohne Stiel hervor, riechen angenehm, fast wie Hyacinthen, verursachen aber Kopfweh, wenn man oft daran riecht. Die Frucht ist eine runde Beere von der Größe einer Erbse, Anfangs grün, zur Zeit der Ernte, im August, hochroth; sie enthält nur einen Samenkern, der erst nach einem Jahre aufgeht. Der ganze Strauch enthält eine höchst brennende Schärfe, besonders die Rinde, welche Blasen zieht und als ableitendes Mittel benutzt wird. Der Same ist giftig. Von dem Safte der Beeren bereitet man eine rothe Malerfarbe. Auf den Genuß derselben erfolgen tödtliche Zufälle.

L. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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