Kissingen

Kissingen, ein Städtchen im Fürstenthume Würzburg und ein seit Jahrhunderten bekannter, besonders in der neuesten Zeit sehr besuchter Kurort. Der Pandur oder Badebrunnen und der stark abführende Ragozi oder neue Kurbrunnen geben ein muriatisch-salinisches Stahlwasser, der Trink- oder Sauerbrunnen aber bloß ein muriatisch-salinisches Wasser. Es hat sich der Gebrauch der Kissinger Wasser bei Dickblütigkeit, Fettüberfluß, Schleim, gallichten Feuchtigkeiten, Gliederreißen, Lähmungen, Ausschlägen, Verstopfungen der Eingeweide, Hypochondrie und Unfruchtbarkeit sehr heilsam bewiesen. Man fängt früh um 6 Uhr an zu trinken, trinkt die Becher nur zur Hälfte aus, geht nach jedem Becher 8–10 Minuten spazieren und trinkt drei bis vier Pfund, badet gegen 10 Uhr nach einem leichten Frühstück, promenirt dann wieder bis Mittag im Schatten. Zwischen 5–7 Uhr trinken Viele noch einige Gläser Sauerbrunnen und bewegen sich abermals, da das Spazierengehen ein Haupterforderniß der Kur ist. Manche müssen das Wasser erwärmen, Andere trinken es mit Milch, wodurch es geschwächt wird. Das Leben dort ist gut und für Bequemlichkeiten gesorgt. Hübsche Partien der Umgegend sind: die Saline, die Ruine des Bergschlosses Bodenlauben mit einer schönen Aussicht. Zu weiteren Ausflügen eignet sich Bocklet, das Lustschloß der ehemaligen Bischöfe von Würzburg, Werneck und Wipfeld. D.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Kissingen — Kissingen, Bezirksamtsstadt und berühmter Badeort im bayr. Regbez. Unterfranken, an der Fränkischen Saale und durch die Zweigbahn Ebenhausen K. mit der Staatsbahnlinie Meiningen Schweinfurt verbunden, 201 m ü. M., hat eine evangelische, eine… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • KISSINGEN — (Bad Kissingen), town in Bavaria, Germany. The presence of Jews in Kissingen during the 13th century is attested by Jewish victims of the rindfleisch massacres (1298). Nothing more is heard of them until 1650, when local butchers complained that… …   Encyclopedia of Judaism

  • Kissingen — Kissingen, 1) Landgericht im baierischen Kreise Unterfranken, an der Rhön, 3 QM., 11, 500 Ew.; 2) Hauptstadt darin, an der Fränkischen Saale, mit steinerner Brücke, katholischer u. protestantischer Kirche, 2000 Ew.; berühmter Badeort, erst zu… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Kissingen — Kissingen, Bezirksstadt im bayr. Reg. Bez. Unterfranken, an der Fränk. Saale, (1900) 4757 E., Amtsgericht, berühmter Badeort, fünf Mineralquellen: Rakoczy und Pandur (eisenhaltige Kochsalzquellen), Maxbrunnen (kochsalzhaltiger Säuerling),… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Kissingen — Kissingen, kleine Stadt im bayer. Kreise Unterfranken an der fränk. Saale, berühmt durch ihre Heilquellen: Rakoczy u. Pandur, eisenhaltige Kochsalzquellen; Max und Theresienbrunnen, kochsalzhaltige Säuerlinge, u. der Soolensprudel, eine sehr… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Kissingen — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Kissingen — Kịssingen,   Bad Kissingen,    1) Große Kreisstadt im Landkreis Bad Kissingen, Bayern, 200 m über dem Meeresspiegel an der Fränkischen Saale, am Naturpark Bayerische Rhön, 24 400 Einwohner; Mineral und Moorheilbad (Staatsbad; Heilanzeigen bei… …   Universal-Lexikon

  • KISSINGEN —    (4), Bavarian watering place on the Saale, 65 m. E. of Frankfort on the Main, visited for its saline springs by 14,000 people annually; its waters are used both internally and externally, and are good for dyspepsia, gout, and skin diseases …   The Nuttall Encyclopaedia

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