Kranich

Kranich, einer der schönsten Sumpfvögel, dessen Gang langsam und gravitätisch, Schnabel spitzig und so lang wie sein Kopf, und dessen Gestalt ganz der der ganzen Reihergattung gleicht, zu welcher er gehört. Sein aschgrauer, schlanker Körper hat den Umfang des Puterhahns, sein schlangenlinienförmiger wohlgebildeter Hals und sein feingeformter Kopf mit nackten, schwarzen Warzen und rothem Wirbel sind fast in steter Bewegung. Die breiten Flügel, welche gefaltet bis an die Schwanzspitze reichen, setzen ihn in Stand, auf seinen herbstlichen Zügen in wärmere Länder in schwindelnder Höhe die Luft nach Art der wilden Gänse zu durchsegeln. Man erzählt, daß, wo sie sich lagern, sie Schildwachen ausstellen, welche auf dem einen Beine stehen, zu gleicher Zeit das andere an sich ziehen und mit demselben einen Stein fassen, um sich vor dem Schlaf zu hüten. Gegen Adler und Falken vertheidigen sie sich mit ihrem spitzigen Schnabel. Unter einander sind sie sehr gesellig und leben in Scharen beisammen, nur in der Zeit der Paarung sieht man zuweilen die Männchen um den Besitz der Weibchen streiten. Im Sommer wohnt der Kr. im nördlich gemäßigten Europa und Asien, wo er auch nistet, im Winter bereist er, wie die Schwalbe, die wärmern Gegenden von Asien und das nördl. Afrika. Seine Schwungfedern werden zu Federbüschen gebraucht. Die Tataren fassen sie in Gold und Silber und bedienen sich ihrer als eines vorzüglichen Schmuckes.

K.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Kranich — (Grus grus) Systematik Klasse: Vögel (Aves) Ordnung …   Deutsch Wikipedia

  • Kranich — Kranich: Der idg. Vogelname bedeutet eigentlich »Krächzer, heiserer Rufer« und gehört zu der unter ↑ krähen dargestellten Schallnachahmung. Die Form »Kranich« (mhd. kranech, ahd. chranih, uh, mnd. kranek; entsprechend aengl. cranoc) ist eine… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Kranich — Sm std. (8. Jh.), mhd. kranech(e), kranch(e), ahd. kranuh, kranih Stammwort. Aus wg. * kranuka m. Kranich , auch in ae. cornoc. Ohne das weiterbildende Suffix s. Kran und mhd. kran(e), ahd. krano, as. krano, ae. cran mf. (*krana /ōn) und… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Kranich — Airline (umgangssprachlich); Lufthansa * * * Kra|nich [ kra:nɪç], der; s, e: (besonders in sumpfigen Gebieten lebender) großer, grau gefiederter Vogel mit langem, kräftigem Schnabel, langem Hals und langen, dünnen Beinen: die Kraniche ziehen. * * …   Universal-Lexikon

  • Kranich — Kranich, Hebemaschine, s.v.w. Kran (s.d.) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Kranich — (Grus), Vogelgattung aus der Ordnung der Watvögel, mit langem, starkem, spitzigem Schnabel, die Nasenlöcher in eine lange Rinne auslaufend. Sie leben mehr auf offenen Feldern als in Sümpfen, und nähren sich außer von Insekten und Amphibien auch… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Kranich — 1. Der Kranich hat hohe Beine, aber schlechtes Fleisch. Böhm.: Jeřàbek panský pták, ale chlapská potrava. (Čelakovsky, 298.) Poln.: Jerząbek panski ptak, a chłopska potrawa. (Čelakovsky, 298.) 2. Der Kranich vnd der fuchs sind eines des andern… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Kranich — Beim Kranich zu Gast sein: sehr wenig oder nichts zu essen bekommen, schlecht bewirtet werden; die Redensart knüpft an die Äsopsche Fabel von Fuchs und Kranich an. Der Fuchs lädt den Kranich zum Essen ein und setzt ihm auf einem flachen Teller… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Kranich — Übernamen zu mhd. kran(e)ch »Kranich«, übertragen für einen langbeinigen, schlanken oder stolzen Menschen. Fritz Kranich ist a. 1397 in Nürnberg bezeugt …   Wörterbuch der deutschen familiennamen

  • Kranich — pilkoji gervė statusas T sritis zoologija | vardynas atitikmenys: lot. Grus Grus angl. Common Crane vok. Kranich …   Paukščių anatomijos terminai

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