Kraus-Wranitzky, Katharine

Kraus-Wranitzky, Katharine

Kraus-Wranitzky, Katharine, geb. 1800 zu Wien, Schwester der gleich trefflichen Sängerin Seidler-Wranitzky (s. d.) und Tochter des fürstl. lobkowitzischen Kapellmeisters W., erhielt frühzeitig eine musikalische Ausbildung und wurde Mitglied der Oper des Kärnthnerthor-Theaters in ihrer Vaterstadt, zu einer Epoche, wo dieses Kunstinstitut auf dem höchsten Gipfel seiner Blüthe stand. In dieser Zeit vermählte sie sich mit dem k. östr. Cabinetscourrier Wranitzky. Nachdem im Jahre 1821 die deutsche Oper der italienischen unter Barbaja und Rossini Platz gemacht, verließ Katharine Wien, gastirte auf den ersten Bühnen Deutschlands mit allgemeiner Anerkennung, und war ein Jahr hindurch, als erste Sängerin, bei dem Abonnementsconcert zu Leipzig angestellt, als dessen Zierde sie noch jetzt in der Erinnerung lebt. Mehrere glänzende Engagements an verschiedenen deutschen Theatern, sowie ehrenvolle Gastspiele an den bedeutendsten derselben, füllen von da den künstlerischen Wirkungskreis dieser Sängerin aus. – Sie engagirte sich zwischen 1829–30 in Hamburg und wurde von da an das glänzendste Gestirn des dortigen Theaterhimmels. Mißhelligkeiten zwischen ihr und der Direction, in Folge der Aufführung der Oper »Faust,« verleideten ihr den dortigen Aufenthalt. Da kehrte sie nach mehrfachen Reibungen, welche auch in das Gebiet der Oeffentlichkeit gezogen wurden, nach Wien zurück, wo sie gegenwärtig abwechselnd auf dem Josephstädter und am Theater an der Wien gastirt. Katharine Kraus war als dramatische und Concertsängerin ausgezeichnet, ihr Stimmumfang bedeutend, ihre Kraft nachhaltig, ihr Spiel voll Feuer und Leben. – Was sie in neuerer Zeit an Wohlklang des Organs eingebüßt, ersetzt sie durch staunenswerthe Bravour, durch einen edlen Geschmack in den Verzierungen, durch ein Portamento, wie es nur wenig deutschen Sängerinnen eigen ist. Treffliche musikalische Kenntnisse unterstützen nicht wenig ihre Gesangesvirtuosität. Ihre Leistungen in großartigen und leidenschaftlichen Partien der deutschen und italien. Oper werden noch lange in der Erinnerung der Kunstfreunde fortleben.

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http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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