Leibeigene

Leibeigene

Leibeigene, diejenige dienende Classe, welche vermöge eines gewissen Eigenthumsrechts, das auf ihrer Person haftet, ihren Leibherrn verpflichtet ist, lebenslänglich für sich und ihre Nachkommen Dienste zu leisten. Der Leibeigene ist förmliches Eigenthum seines Leibherrn, er darf ohne dessen Erlaubniß nicht heirathen, seinen Wohnort nicht verlassen und seine Kinder können keine andere Lebensart wählen, als die ihm selbst vorgeschriebene; er darf auf den Todesfall nicht über seinen Nachlaß verfügen, hängt ganz von der Willkür seines Herrn ab und kann, wie es noch jetzt in Rußland der Fall ist, wie jedes andere Besitzthum verkauft werden. Die Leibeigenschaft war in den verschiedenen Ländern auch verschieden, bald milder, bald strenger, existirt aber jetzt nur noch in einigen minder civilisirten Staaten.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Leibeigene — Leib|ei|ge|ne(r) 〈f. 30 (m. 29); früher〉 jmd., der sich in Leibeigenschaft befindet * * * Leib|ei|ge|ne, die/eine Leibeigene; der/einer Leibeigenen, die Leibeigenen/zwei Leibeigene (früher): weibliche Person, die in Leibeigenschaft lebt. * * *… …   Universal-Lexikon

  • Leibeigene — Leib·ei·ge·ne der / die; n, n; hist; jemand, der rechtlich und wirtschaftlich vollkommen von jemand anderem abhängig war || NB: ein Leibeigener; der Leibeigene; den, dem, des Leibeigenen …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

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  • Leibeigene — Leib|ei|ge|ne, der und die; n, n …   Die deutsche Rechtschreibung

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  • Leibeigenschaft — Die Leibeigenschaft oder Eigenbehörigkeit bezeichnet eine vom Mittelalter bis in die Neuzeit verbreitete persönliche Verfügungsbefugnis eines Leibherrn über einen Leibeigenen.[1] Leibeigene waren zu Frondiensten verpflichtet und durften zur… …   Deutsch Wikipedia

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