Malta

Malta. Das Felseneiland des mittell. Meeres, berühmt durch jene Ritter, welche oft siegreich ihr Heldenpanier zur Ehre des Krieges gegen die Ungläubigen trugen, glorreich durch die tapfere Gegenwehr seiner Bewohner, ihre kühnen Seefahrten – noch jetzt durchweht vom Hauche der Romantik. An einen Raum von 8 Quadrat M. knüpft sich ein welthistorisches Interesse, voll großer Erinnerungen, blutiger Kämpfe und gewaltiger Aufopferungen (s. Johanniter). – Malta's Ruhm und Glanz sank mit der Macht des Ordens. Die Insel bietet jetzt nur einen Anblick des Verfalls und Elendes dar, die Einwohner wandern aus, sobald sich irgend eine Gelegenheit dazu darbietet, sie gehen nach Algier und Aegypten. Die Zahl derselben ist kaum noch 90,000, die der benachbarten Insel Gozzo 24,000. Das, was der Boden hervorbringt, reicht kaum hin, um ein Drittel der Bevölkerung zu ernähren. Der Boden ist steinig, leicht mit Erde bedeckt und erzeugt Getreide, Baumwolle, Feigenbäume, Melonen, Orangen, Citronen. Wein und Fleisch kommt aus Sicilien. Das Land ist mit Staub bedeckt; nur hier und da sieht man einzelne Gruppen grünen Gebüsches. Alle Häuser haben flache, terrassenförmige Dächer, ohne Schornsteine. Ein Bauernhaus ist hier nichts, als ein mehr oder minder hoher Steinblock mit einer Oeffnung für die Thüre und mehreren kleinern als Fenster; das Ganze hat das Ansehen eines Grabes. Im Innern der Insel findet man viele Dörfer, in deren Mitte sich schöne, mit Säulen und Balkonen verzierte Häuser und eine Menge von Kapellen und Kirchen erheben. Wenn man durch die Straßen der Hauptstadt La Valette (mit mehr als 50,000 Ew.) geht, so fällt vor Allem die Mannichfaltigkeit der Häuser und Balkone auf. Die letzteren sind oft herrlich geschmückt und sehen ganz wie ein außerhalb angebrachtes Boudoir aus. Hier sitzen die Frauen, um frische Luft zu schöpfen, hinter viereckigen, mit Jalousien geschlossenen Oeffnungen, die sie den Blicken der Vorübergehenden entziehen. Auf der Straße tragen sie einen großen Schleier von Taffet, den sie so kokett zu drapiren wissen, daß ihr ausdrucksvolles Gesicht und die kleinen Füße sichtbar bleiben. – Nichts ist prachtvoller und der Erhabenheit des Christenthums würdiger, als die noch von den Rittern herrührenden Gebäude. Der Palast des Großmeisters enthält große Säle mit herrlichen Säulen von weißem Marmor. Allenthalben sieht man Portraits von Großmeistern und Rittern, die sich in den Kämpfen gegen die Türken ausgezeichnet haben. – Man kann diese Insel als einen ungeheuern ovalen Felsen von schönem, weißem Sandschiefer ansehen, der eine Menge Petrefakten, Fossilien, Muscheln und Ueberreste riesiger Fische enthält. Keine Flüsse bewässern das Land, dagegen gibt es eine große Anzahl von Quellen, die vortreffliches Wasser liefern. Von Baumwolle wird jährlich eine ziemliche Menge ausgeführt, die Orangen sind die schönsten des Mittelmeeres. Die Einwohner treiben Viehzucht, und beschäftigen sich viel mit der Bienenzucht. Im Frühling ist die Vegetation über alle Beschreibung üppig; das Grün der Triften, der Duft der herrlichen Blumen macht dann die Insel zu einem prangenden Garten. Der Geruch der Rosen übertrifft bei Weitem den der R. des Orients. Das Klima ist gesund, die Hitze wird durch beständige Seewinde gemäßigt. Nur selten weht der Sirocco; man schützt sich dagegen durch Eiswasser, das von Personen jedes Standes häufig genossen wird. – Die Maltesen sind fleißig, frugal und tapfer; ihr Muth ist weltbekannt - Ihr Verstand ist scharf, ihre Bildung nicht gering. Das Costume der untern Klassen ist noch dasselbe, wie vor 400 Jahren. Es besteht in einem weiten, baumwollenen Hemde und einem sehr weiten Leibrock mit silbernen oder goldenen Knöpfen, einer langen, mehrmals um den Leib gewundenen Schärpe, worin häufig ein Messer steckt, weiten Beinkleidern und einer Art Sandalen, die den römischen gleichen. Die Frauen zeichnen sich durch schöne Hände, Füße und Augen aus. Die Damen der höheren Stände haben kürzlich die englische Tracht angenommen, erscheinen aber, wenn sie in die Kirchen gehen, im nationellen Costume. Das Leben auf Malta ist sehr billig – nur Brot ist ein sehr theuerer Artikel.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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