Mauritius, Isle de France

Mauritius, Isle de France, Isle de France, eine der zauberisch schönen Inseln im indischen Ocean, östl. von Madagaskar, nordöstl. von Bourbon, 55 Quadrat M. groß, ward 1505 von den Portugiesen entdeckt, 1642 von den Franzosen erobert und ist seit 1814 im Besitz der Briten. Ein Feenland für die Idylle geschaffen, durch die herrliche Geschichte von Paul und Virginie, die noch jetzt im Munde aller seiner Bewohner lebt, verewigt, scheint es gleich einer Blume im weiten Schooße der See, von den Gluthen der Sonne geboren. Ein schönes Oval bildend erhebt sich aus dessen Mitte das hohe Pouçegebirge mit seinen Wäldern, Caskaden und Felsenspitzen, mit den Mammellen, dem kegelförmigen Piton und dem 3000 F. hohen Piterboot, dessen Gründen mächtige Flüsse entspringen. Wild und düster nimmt dieß Inselgebirge immer freundlichere Farben an, jemehr es in grüne, sanfte Thalebenen ausläuft. Mit Palmenhainen gekrönte Felsenketten vollenden die Einrahmung der beckenförmigen Thäler, die ihre Entstehung und ihre unermeßliche Fülle von Fruchtbarkeit den Vulkanen verdanken, durch welche diese im Tropengürtel der Natur ewig jung und schön glänzende Insel sich dem Schooße des Meeres entwand. Das Klima, stets heiter und gesund, wird nur im December durch heftige Gewitter und Orkane unfreundlich. 40–50 der kostbarsten Holzarten und der Anbau von Reis, Mais, Sago, Bataten und Maniok sind die unversiegbaren Quellen des Handels und der Nahrung. Die Ernten von Kasse, Baumwolle, Indigo, Zucker und Gewürzen geben 70,000 Entr. jährlichen Ertrag; man rechnet 100,000 Ew., Farbige, Weiße und Negersclaven. Die Hauptst., Port Louis, gewahrt, vom Hafen aus gesehen, eine reizende Ansicht. Das Kap Malheureux, die nordöstlichste Spitze der Insel, ist der noch immer besuchte Ort, wo Virginie in den Wellen ihren Tod fand.

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http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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