Mendelssohn-Bartholdy, Felix

Mendelssohn-Bartholdy, Felix, einer der begabtesten, geistvollsten, jetzt lebenden Tondichter, der Enkel des berühmten Philosophen M., wurde 1809 zu Berlin geb. und überraschte schon als Kind durch seine Bravour auf dem Pianoforte. Treffliche Lehrer leiteten den frühreifen Genius. Im 9. Jahre trat er öffentlich auf, und von diesem Augenblick an fesselte er die allgemeine Aufmerksamkeit des Publikums. Auf einer Reise nach Paris erregte er die Bewunderung der Kenner – in Weimar erfreute er sich der Theilnahme Göthe's, Hummel's u. A. Schon damals hatte er eine große Anzahl Clavierstücke componirt, die von seinem Berufe zeugten, doch erst 1824 erschien seine erste Composition im Druck; ihr folgten bald mehrere, unter andern eine Oper: »die Hochzeit des Gamacho,« welche zu großen Erwartungen berechtigte. Drei Jahre darauf durchreiste er Italien, Frankreich, England und Schottland. In Paris und London riß er durch sein Spiel zur allgemeinsten Bewunderung hin. – Nach Berlin zurückgekehrt, widmete er sich eifrig der Composition und schuf eine große Anzahl trefflicher Tonwerke, worunter seine Ouverturen: »die Hebriden« und »der Sommernachtstraum« am allgemeinsten bekannt sein dürften. Eine Zeit lang leitete M. die Oper der Düsseldorfer Bühne mit Erfolg, folgte aber 1835 einem Rufe nach Leipzig als Dirigent des großen Concertes. Binnen wenigen Monaten offenbarte sich hier die Wirksamkeit des tüchtigen Mannes, und fand solche Anerkennung, daß ihm die Universität 1836 freiwillig das Diplom eines Doctors der Philosophie verlieh. Im Frühling desselben Jahres führte er sein neuestes Oratorium »Paulus,« bei dem großen Musikfeste zu Düsseldorf mit dem glänzendsten Erfolge auf. Noch reichere Kränze dürfte ihm die Zukunft vorbehalten. – In seiner Wesenheit zeigt M. viel Seelenverwandtschaft mit Beethoven. Es ist bei ihm aber mehr die Willenskraft des Genius, die so viel Schönes und Herrliches schafft, nicht der freie, vom innern Drange beseelte Sturmflug der Phantasie jenes Meisters. Die strengen Kritiker vermissen bei ihm die Erfindung, die weltschöpferische Kraft, den Blüthenduft der Poesie. Aber eine reiche Zukunft liegt noch vor ihm, und die Blüthen folgen meist erst dann, wann der Zweig Knospen und Blätter getrieben.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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