Morea

Morea, die alte Peloponnesus, die Halbinsel Griechenlands, welche durch den Isthmus von Korinth mit dem Festlande des neuen Hellas zusammenhängt, kaum 30 M. lang und eben so breit. Das reizende, fruchtbare Land bildet einen Bergstock, dessen Hochebene sich ringsum abdacht. Zahllose Bäche strömen von hier in die Ebenen, und bilden dann Flüßchen. Der alte Peloponnes umfaßte zur Zeit griechischer Blüthe die Staaten Arkadien, Achaja, Elis, Messene, Lakonien, Argolis, Korinth. Damals wohnten hier 2 Mill. Menschen, jetzt nur noch 200,009! Zwar des Glanzes beraubt, zwar zertrümmert, aber reich noch an Erinnerungen einstiger Größe sehen wir: Korinth, einst ein mächtiger Handelsstaat; Argos, Damala, das ehemalige Trözene, Mayromathi, das alte Messene. Die bedeutendsten Städte der jetzigen Zeit sind: Nauplia, Korinth, Misitra, Koron, Modon, Navarin, Tripolizza, Patras. Ueberschwenglich reich ist der Boden Morea's, mild der Himmel, rein die Luft. Die glühende Sonne reist Bananen, Feigen, Oliven, köstliche Trauben; wilde Bienen sammeln in den Cypressenhainen ihre Schätze; die Seidenraupe erliegt im Freien keiner rauhen Nachtluft; beinahe wild wächst die Baumwollenstaude, der Mastix, der Terpentinbaum etc. Auf den Triften weiden fette Heerden ohne besondere Pflege. Metalle werden fast gar nicht gewonnen; der schönste Marmor aber liegt zu Tage, aus dem der Hellene ehedem die Göttergestalten eines Jupiter, Apoll und der Cythere meißelte, und harrt jetzt vielleicht noch lange vergebens auf seinen Bildner. (S. Griechenland Geographie und Geschichte.)

4.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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