Nmphen (Mythologie)

Nmphen (Mythologie)

Nmphen (Mythologie). Die ideale Weltanschauung der griechischen Vorzeit belebte Wald und Flur, Berg und Thal, Bach und Fluß, Strom und See mit einer Götterfülle, und die zahlreiche Schaar der Nymphen war es vornehmlich, die unter verschiedenen Benennungen die Natur bevölkerten, und das rege, ewig schaffende, quellende und sprossende Naturleben symbolisch und schön versinnlichten. Sie waren Töchter des Zeus, des Okeanos und anderer Gottheiten, und ihrer sind unzählige. Den erdumströmenden Ocean bewohnen die Okeaniden, das innere, oder Mittelmeer die Nereïden, des Nereus Töchter, andere Landgewässer die Schaar der Najaden; in Strömen und Flüssen leben die Potamiden, in Seen thronen unter glanzvollen Felsengrotten die Limniaden, auf Wiesen halten im Zwielicht die zarten Leimoniaden leichte Tänze. Aus geweihten heiligen Quellen geben Hydriaden Orakel, und verleihen die Gabe der Weissagung und des Gesanges, wie sie die Heilquellen zum Wohl der Menschheit hervorsprudeln lassen. Berge und Grotten bewohnen die Oreaden, sie schwärmen mit im Zuge des Dionysos, Waldthäler und stille Schattenhaine durchziehen in Artemis Gefolge die Napäen, die bisweilen Wanderern sichtbar werden. Dryaden und Hamadryaden sind an das Leben einzelner Bäume geknüpft, mit ihnen leben und sterben sie, doch blieb ihnen lebenslänglich der Jugend Frische und Schönheit, und ihre Lebensdauer währte zehn Phönixalter, also tausend Jahre. Milch, Früchte, Blumen, Oel, Schafe und Ziegen waren ihre Opfer. Vieles, was an die Nymphen der klassischen Vorzeit erinnern könnte, wiederholt sich in deutschen Sagen. Meermädchen und Meerwunder, Nixen in Flüssen, erscheinende Jungfrauen auf Bergen, wilde Frauen des Untersberges und vieles andere erinnert an die Poesie der Frühzeit, die selbst lebendig und schaffend, überall Leben und lebenvolles Walten an- und wahrnahm.

–ch–


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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