Applicatur (Musik)

Applicatur (Musik). Man bezeichnet damit in der musikalischen Kunstsprache die Art des Fingergebrauchs auf Streich-, Tasten- und Blaseinstrumenten. Einige der letztern, wie die Posaune, die Trompete, das Horn brauchen kein einzelnen Finger. Da jedes Instrument seine eigene Applicatur hat, so lassen sich nur wenige allgemeine Regeln geben. Der bequemste, natürlichste Fingersatz wird immer der richtigste sein. Das Specielle findet man in den einzelnen Schulen. Den freiern Gebrauch des Daumens und des kleinen Fingers, die man früher auf keine Obertasten bringen durfte, führten namentlich Johann Sebastian Bach und später Emanuel aus derselben Familie ein. Erst in neuerer Zeit ist diese Kunst systematisch auf leichte, einfache Principien zurückgeführt worden. Da ohne Kenntniß der Applicatur ein späteres Fortschreiten unmöglich wird, so ist namentlich Anfängern ein gründliches Studium, so langweilig es auch scheinen mag, nicht genug anzurathen.

R. S.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Versuch einer gründlichen Violinschule — Porträt Mozarts in der 1. Auflage Versuch einer gründlichen Violinschule ist der Titel der Violinsschule von Leopold Mozart, dem Vater von Wolfgang Amadeus Mozart. Ab der dritten Auflage 1787 heißt sie Gründliche Violinschule. Das 1756 verfasste… …   Deutsch Wikipedia

  • Ludwig Berger (Komponist) — Ludwig Berger Carl Ludwig Heinrich Berger (* 18. April 1777 in Berlin; † 16. Februar 1839 ebenda) war ein deutscher Komponist, Pianist und Klavierpädagoge. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Moritz Brosig — (* 15. Oktober 1815 in Fuchswinkel bei Neiße (heute Lisie Kąty, Patschkau, Woiwodschaft Oppeln); † 24. Januar 1887 in Breslau) war ein deutscher Komponist und Organist. Inhaltsverzeichnis 1 …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”