Orinoco, Oronoco

Orinoco, Oronoco (Oronoco), einer der wunderbarsten und größten Ströme der Erde, der wahrscheinlich im südamerikanischen Hochlande Guajana entspringt, obgleich seine Quellen noch kein Europäer gesehen hat. Nach einem bogenförmigen Laufe von 320 M.. während dessen er 300 Flusse aufnimmt, von denen mehrere dem Rhein an Größe gleichen, mündet er im atlantischen Ocean, der Insel Trinidad gegenüber. Im obern Laufe strömt er reißend schnell, und sein Mündungsdelta bildet einen Meerbusen. Das Schauspiel, erzählt ein Reisender, welches der imposante Strom bei den berühmten Wasserfällen von Maypures und Atures darbietet, ist in jeder Hinsicht majestätisch zu nennen. Die schon zum Ungeheuern angewachsenen Gewässer bilden hier ein Schaumbecken vom Umfange einer halben Meile. Gewaltige Felsstücke, schwarz wie Eisen, ragen daraus hervor; die einen wie zwei und zwei gepaarte Warzensteine, Basalthügeln ähnlich, andere gleich Thürmen, festen Schlössern und in Trümmer gefallenen Gebäuden, deren dunkle Färbung gegen den Silberglanz des Wasserschaumes merkwürdig absticht. Jedes Felsstück, jedes Eiland ist mit kräftigen, kleine Wäldchen bildenden Bäumen bewachsen. Vom Fuße dieser Inseln, soweit das Auge reicht, erhebt sich ein dichter Rauch über dem Strome, und mitten aus dem weißlichen Nebel schauen die Gipfel hoher Palmenbäume, deren Stamm mehr als 80 Fuß Höhe hat. Die federbuschförmigen Blätter dieser Bäume besitzen einen glänzenden Firniß, und stehen beinahe gerade zum Himmel empor. Zu jeder Tagesstunde stellt sich die furchtbar große Schaummasse in wechselnd verschiedener Gestaltung dar. Bald werfen die aufgethürmten Eilande und die Palmbäume ihre langen Schatten, bald brechen die Strahlen der untergehenden Sonne sich in dem feuchten Nebel, welcher den breiten Wasserfall deckt. Farbige Bogen entstehen und schwinden, und kommen neuerdings wieder zum Vorschein; ein leichtes Spiel der Lüfte schwebt ihr Bild über der Ebene. Die üppigste Vegetation am Ufer, wie sie in solcher Pracht nur Südamerika erzeugt, verstärkt nicht wenig diese herrliche Scene.

–u–


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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