Pelikan oder Kropfgans

Pelikan oder Kropfgans, ein Vogelgeschlecht, von dem mehr als 30 Arten von der Größe einer kleinen Ente bis zu der von 6 Fuß Länge und 26 Pfd. Schwere bekannt sind, zeichnet sich besonders durch einen am Unterschnabel hängenden Beutel aus. Dieser dient dem gefräßigen Thiere als Vorrathskammer, und ist so dehnbar, daß mehrere Pfund Fische und Frösche in ihm Platz finden. In Europa leben 6 Arten, unter denen der große Pelikan auch in Deutschland an den Ufern der Donau oft gesehen wird. Er trägt seinen Jungen im Beutel Nahrung zu und läßt sie daraus fressen, was mitunter wohl nicht ohne Blutvergießen abgehen mag; daher die poetisch schöne Fabel, daß die Alten sich die Brust aufrissen, um die Jungen mit ihrem Blute zu tränken, weßhalb auch dieser Vogel als Symbol der Mutterliebe galt. In Aegypten, wo sie Fluß-Kameele heißen, erzählt man, daß sie ihren Jungen das Wasser nach der Wüste im Beutel zutragen, wo dann auch Löwen und andere Raubthiere sich einfinden, von den P. mit getränkt werden und zum Dank sich nie an den Jungen vergreifen.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Löffelgans, die — Die Löffelgans, plur. die gänse. 1) In einigen Gegenden, ein Nahme der Löffelänte, S. dieses Wort. 2) Am gewöhnlichsten ist die Löffelgans eine Art Sumpfvögel oder Angler mit einem löffelförmigen Schnabel, welche etwas kleiner als eine Gans ist;… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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