Porzellan

Porzellan (vom portugies. Worte porcellana, Gefäß, abstammend), die durch Brennen halb durchsichtig werdende seine, äußerst harte Masse, welche zu seinen Geschirren etc. so beliebt ist. Sie besteht aus dem reinsten geschlemmten Thon, der durch Brennen weiß wird, mit einem Zusatz von Kieselerde, Feldspath und Gips, welche Bestandtheile äußerst sein gemahlen, in gehörige Massen gemengt, mit Wasser angefeuchtet, und dann wie Töpferthon behandelt werden. Die Erfindung des Porzellans ist wahrscheinlich eine chinesische; im Jahre 1474 kam das erste durch die Portugiesen aus China und Japan nach Europa, blieb aber lange ein sehr kostbarer Artikel, so daß z. B. König August der Starke dem Könige von Preußen ein Regiment Dragoner für einige seltene Porzellanvasen schenkte. Bötticher und Tschirnhausen erfanden zu Anfang des 18. Jahrh. die Kunst P. zu fabriciren. und 1710 ward in Meißen die erste europ. Fabrik angelegt, welcher bald viele andere, namentlich die Berliner, folgten. Diese war durch königlichen Zuschuß in den Stand gesetzt, alle andere zu überflügeln; besonders in der Stärke, Vergoldung, und Malerei übertrifft sie alles, was von der zu Meißen und zu Sèvres bei Paris geleistet worden ist. Doch stehen die Franzosen hinsichtlich eleganter Formen obenan. Auch beim P. macht die Mode ihre Gewalt geltend. Es gab eine Zeit, wo das Milchglas ähnliche, durchsichtige meißner P. überausgesucht war, dann erhielt das Berliner Ruf, ihm folgten die barocken Formen und Gebilde des französischen, darauf drang der gute Geschmack an ächten Kunstwerken, trefflichen antiken Formen, Bilderarbeiten, durch – später ward wieder die Malerei gesucht, und seit einiger Zeit kommen die bunten geschmacklosen Verzierungen aus dem Zeitalter Ludwig's XV. und XVI. wieder an die Reihe. Ein Vorzug des P. vor anderm Geschirr ist die große Feuerfestigkeit, die Unschädlichkeit der Glasur, und die Reinlichkeit. Das Berliner Gesundheitsporzellan vereinigt diese Vorzüge mit einer großen Wohlfeilheit.

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Porzellan — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Bsp.: • Wir hatten den Tisch mit unserem besten Porzellan gedeckt. • Lees Milne sah zu, wie Meißener Porzellan aus dem 18. Jahrhundert als Aschenbecher benutzt wurde und Leute in große Vasen der Ming Dynastie …   Deutsch Wörterbuch

  • Porzellan — Porzellan, s. Tonwaren und Keramik; Réaumurs Porzellan, s. Glas, S. 885 …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Porzellan — Sn std. (15. Jh.) Entlehnung. Entlehnt aus it. porcellana f., ursprünglich: Kaurischnecke, Porzellanschnecke . Die Übertragung auf das Porzellan erfolgte wegen der äußeren Ähnlichkeit des chinesischen Porzellans mit der gelblichweißen Schale der… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Porzellan — Porzellan: Die seit dem ausgehenden 15. Jh. bezeugte Bezeichnung für das ursprünglich aus China und Japan über Italien importierte keramische Erzeugnis (aus Kaolin, Quarz und Feldspat) ist aus dem It. entlehnt. It. porcellana bezeichnet… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Porzellan — (vom portugies. Porcella, Schale), die feinsten Thonwaaren, deren durchscheinende Masse durch sehr scharfes Brennen zusammengesintert ist, aber selbst in der stärksten Hitze nicht ganz verglast, weiß von Farbe, mit farbloser, durchsichtiger, sehr …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Porzellan — Porzellān (portug.), das vollkommenste Erzeugnis der Töpferkunst, dessen feine, weiße, durchscheinende Masse durch die innige Mischung geschmolzener Teilchen Feldspat und Quarz mit ungeschmolzener Porzellanerde (s. Kaolin) und sehr scharfes… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Porzellan — (vom portugies. porcella, Schale), die schönste und werthvollste Töpferwaare, von blendend weißer Farbe, glatter Oberfläche, glattem muscheligem Bruch, halb durchsichtig, metallisch klingend und von solcher Härte, daß sie am Stahle Funken gibt,… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Porzellan — zerschlagen: eine behutsam eingeleitete Entwicklung zum Besseren plump zerstören; schwierige geistig seelische Vorgänge roh stören. Sich benehmen wie der Elefant im Porzellanladen: sich ungeschickt, tölpelhaft, seelisch undifferenziert verhalten …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Porzellan — Porzellan,das:1.⇨Geschirr(1)–2.wieaus/vonP.:⇨zierlich(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Porzellan — Porzellanbrunnen in der Fußgängerzone von Selb Porzellan (ital. porcellana, ursprünglicher Name einer Meeresschnecke mit weiß glänzender, porzellanartiger Schale), auch Weißes Gold (en: porcelain oder china), besteht hauptsächlich aus einem… …   Deutsch Wikipedia

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