Rellstab, Ludwig

Rellstab, Ludwig. Als die gefeierte Sängerin, die reizende Sonntag, 1827 bereits auf dem ganzen Continente Lorbeerkränze gesammelt hatte, wagte es ein junger Berliner, der früher als freiwilliger Husar gedient und ein Trauerspiel »Karl der Kühne« geschrieben, zuerst, an dem Triumphwagen zu rütteln, und schrieb unter dem Titel »Henriette, die schöne Sängerin« eine beißende Satyre gegen ihre überschwänglichen Verehrer. Der muthige Verf., – Ludwig R. – hatte hievon viel Verdruß, wußte sich aber als gründlicher musikalischer Kritiker, der selbst gegen den großen Schöpfer der Vestalin einen hartnäckigen Kampf begann, bald in Ansehen zu setzen, und erwarb sich andererseits durch seine spätern Schriften: »Algier und Paris,« »Erzählungen, Gedichte und Skizzen,« »Empfindsame Reisen« etc., namentlich aber durch seinen zweimal aufgelegten Roman »1812«, in dem er ächt pittoresk und doch naturgetreu das Schaudergemälde des russischen Feldzugs entwirft, und durch sein Drama »die Venetianer,« welches bei seiner ersten Aufführung in Berlin großen Succes hatte, als Dichter und Novellist den allgemeinsten Beifall. Beliebter Correspondent mehrerer Zeitschriften und Herausgeber einer eigenen musikalischen Zeitschrift: »Iris,« gründete er in neuester Zeit auch ein lit. polemisches Blatt: »Berlin und Athen,« in welchem sich dem Berliner Humor oft attischer Witz zugesellt. Er wurde am 13. April 1799 geb.

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http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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