Schäfergedicht, Schäferspiel

Schäfergedicht, Schäferspiel, eine Art der Idylle (s. d.), wo im Gegensatz zur städtischen Künstelei und Verderbtheit, die Unschuld und Unbefangenheit, Naivetät und Wahrheit des Landlebens geschildert wird, und das harmlose Hirtenleben der liebliche Wiesengrund ist, auf den das Ideal eines goldenen Zeitalters oder einer Unschuldwelt, wo der Mensch im reinsten Frieden mit sich und der Natur nur weniges bedürfend lebt, seinen glänzenden Schimmer wirft. Hier ist Liebe die einzige Leidenschaft, aber eine zwanglose, unverstellte Liebe. Die Künste des Hirten sind Gesang und Tanz; sein Reichthum die schöne Heerde; seine Geräthschaften ein Hirtenstab, eine Flöte, ein Becher. (Vergl. Arkadien.) Wird das Schäfergedicht dramatisch ausgeführt, so ist es ein Schäferspiel, und beides zusammengenommen nennt man auch die bukolische Poesie, in welcher sich unter den Alten vorzüglich Theokrit und Virgil, unter den neuern Dichtern Tasso und Geßner (s. d.) auszeichneten. Auch Gellert schrieb bekanntlich dergleichen Schäferstücke, allein ein besserer Geschmack hat jetzt all' diese süßen, idyllischen Tändeleien aus der Literatur gewiesen.

S....r.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Pastorāle — (v. lat.), 1) Schäfergedicht, Schäferspiel: 2) Musikstücke vom Charakter des Idylls, von einfacher, ungesuchter Melodie u. Harmonie. Man jetzt die P. meist in einem langsamen 6/8 od. 9/8 Takt ohne viel punktirte Noten. Oft schreibt man… …   Pierer's Universal-Lexikon

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