Senn, Sennhirt oder Aelpler

Senn, Sennhirt oder Aelpler, der König des hohen Gebirgs mit seinem Hirtenstabe und Alpenhorne, aus dem er hoch über den Städten der Menschen den melodischen Gruß des heimathlichen Kuhreihens in das Thal hinuntersendet. Nur für seine Heerde, seinen einzigen Reichthum, lebt der S. Fast 8 Monate wohnt er im Thale, bis zum Frühjahr;

dann fährt er zu Berg, dann kommt er wieder,

wenn der Kukuk ruft, wenn erwachen die Lieder,

wenn mit Blumen die Erde sich kleidet neu,

wenn die Bäumlein fließen im lieblichen Mai.

Dann zieht er mit den Heerden zu den Bergen, so weit er fette Weide (im engeren Sinne »Alp« genannt) trifft: Alles, Väter, Mütter, Kinder, steigt auf die hohen Gipfel, um in den lustigen, oft fast unzugänglich gelegenen Sennhütten zu wohnen, bis sie der Winter wieder in das Thal scheucht. Jede Heerde hat ihre Anführerin oder Heerkuh, die vorangeht und den Weideplatz auswählt. Sie ist die schönste der Heerde, und mit einem bunten Glockenbande geschmückt;

– das weiß sie auch, daß sie den Reihen führt,

un nähm' man ihr das Band, sie hörte auf zu fressen.

Ein Sennthum besteht aus 20–60 Kühen; der Eigenthümer heißt Küher, und die ganze Milch- und Käsewirthschaft liegt meist allein den Männern ob. Die tägliche Hauptnahrung des S. ist, frisch genossen, der sogenannte Zieger, welcher aus der Molke durch eine zweimalige Scheidung bereitet wird.

–i–


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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