Steingut

Steingut, die bekannte Töpferwaare, welche die Mitte zwischen Fayence (s. d.) und Porzellan (s. d.) hält und am vorzüglichsten in England unter dem Namen White stone ware, Flint ware, Queens ware verfertigt wird. Man fabricirt es aus sehr fettem Thone, welcher mit pulverisirtem Kiesel vermischt und dann im Feuer geschmolzen wird. Braun und schwarz, meist aber gelblich und weiß von Farbe, wird es sehr oft vergoldet und in neuerer Zeit auch mit sehr schönen, aller Wahrscheinlichkeit nach mittelst Steindrucks aufgetragenen, blauen oder gelben Zeichnungen, auch Abdrücken von Kupferstichen, geschmückt. Eine andere Sorte S. von graubraunem Glanze wird zu den Krügen und Flaschen gebraucht, in denen man Mineralwasser verführt. Ein Töpfer in Staffordshire erfand das S. im J. 1690, und seit dieser Zeit haben sich die Flecken und Gemeinden um Worcester, Derby, Burslem etc. mit solchem Eifer auf die Fabrikation dieses Artikels gelegt, daß der ganze Umkreis, – ein Bezirk von 9 Meilenthe potterie heißt und alljährlich über 100,000 Centner.Kiesel von der Küste Hull zu diesem Zwecke verbraucht werden. Das schwarze, französische S, wird zu Rouen, St. Omer etc. verfertigt; weißes und braunes Steinzeug liefert auch Havre de Grace. Das weiße oder milchfarbene S., Emilian, wird in Gotha gefertigt und hat seinen Namen von dem Herzog Emil Leopold August. Noch andere Arten des Ss sind das sogenannte Sanitätsgut, welches blau und gelbweiß, Chromalith, welches blaugrün, gelbbraun oder marmorirt, und Porphyr, welche Steingutssorte grauweiß oder bräunlich ist. In Deutschland verfertigt man ähnliche Waaren in Waldenburg, im sächs. Erzgebirge, zu Hannöverisch-Münden, zu Burgdorff im Lüneburgschen, zu Kassel etc. Vergl. auch Wedgewood.

4.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Steingut — in verschiedenen Ausführungen Steingut, im Vereinigten Königreich auch Jasper ware, bezeichnet eine Gruppe keramischer Produkte oder Erzeugnisse mit porösem Scherben, die sich in die Untergruppen Kalk oder Weichsteingut, Ferldspat oder… …   Deutsch Wikipedia

  • STEINGUT — STEINGUT, family of U.S. politicians who were leaders of the Brooklyn (New York) Democratic Party. IRWIN (1893–1952), born in New York, combined his law career and real estate and insurance business with diligent work for the Brooklyn Democratic… …   Encyclopedia of Judaism

  • Steingut — (Steinzeug), eine besondere Gattung von Thonwaaren aus feuerfestem, entweder sehr reinem (Steingut) od. weniger reinem Thon (Steinzeug). Es erscheint durch sehr starkes Brennen halb geschmolzen, wenn auch nicht so durchscheinend wie Porzellan,… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Steingut — Steingut, s. Tonwaren …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Steingut — Steingut, s. Tonwaren …   Lexikon der gesamten Technik

  • Steingut — Steingut, eine poröse Tonware mit nicht verglastem und nicht durchscheinendem Scherben; die Masse besteht aus plastischem Ton, Quarz und Feldspatpulver, läßt sich leichter formen als Porzellanmasse und braucht zum Brennen eine geringere… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Steingut — Steingut, Töpferwaaren aus möglichst reinem Thon, der mit pulverisirtem Kiesel gemischt im Feuer zu einer so harten Masse zusammenschmilzt, daß der Bruch am Stahle Feuer gibt …   Herders Conversations-Lexikon

  • Steingut — Irdenware; Keramik; Töpferware; Tonware * * * Stein|gut 〈n. 12u; unz.〉 Erzeugnis der Feinkeramik mit porösen Scherben, das weniger dicht ist als Porzellan; Sy Halbporzellan * * * Stein|gut ↑ Keramik. * * * Stein|gut, das <Arten: e> …   Universal-Lexikon

  • Steingut — Stein·gut das; 1 ein Material aus Ton, das dem Porzellan ähnlich ist und aus dem man Geschirr machen kann 2 Kollekt; Geschirr aus ↑Steingut (1) …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Steingut — Stein: Das gemeingerm. Substantiv mhd., ahd. stein, got. stains, engl. stone, schwed. sten beruht wie die slaw. Sippe von russ. stena »Wand, Mauer«, serbokroat. stena »Felswand, Stein« auf einer Bildung zu der idg. Wurzel *stāi »‹sich›… …   Das Herkunftswörterbuch

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”