Steinkohlen

Steinkohlen, nennt man gewöhnlich die Braun- und Schwarzkohlen, die beide vorzüglich als Brennmaterial benutzt werden. Die Schwarzkohlen sind starkglänzend von Fettglanz, finden sich im Flötzgebirge, hauptsächlich auf der Grenze der verschiedenen Gebirgsformationen, besonders in Schottland, England, Nordamerika, Westphalen, Schlesien und Frankreich vor, und enthalten mehr Kohle und weniger Bitumen (Erdharz) als die Braunkohlen. Ihre hauptsächlichsten Arten sind die Fett-, Kännel-, Schiefer-, Blätter- und Stinkkohle. Man nennt sie schlechthin Steinkohlen. Die charakteristischen Bestandtheile der Braunkohlen sind Kohle und ein eigenes, den Schwarzkohlen gänzlich abgehendes Oel; auch enthalten sie nicht selten noch viel unzersetzte Pflanzentheile, sind weich und von wenig oder gar keinem Glanze. Man unterscheidet die Pechbraun-, Schwarzbraun-, gemeine Braun-, Moor-, Nadelkohle etc. Besonders reich an Braunkohlenlagern sind Böhmen, Sachsen, Franken, die Niederlande, der Saalkreis etc. – Je mehr Kohle und je weniger Bitumen die Steinkohlen enthalten, desto geringer ist ihre Flamme, desto größer ihre Hitze; daher liefern die Braunkohlen ein besseres Flammen-, die Schwarzkohlen dagegen ein heftigeres Glühfeuer. Aus den Schwarzkohlen gewinnt man auch Vitriol, Alaun oder Salmiak, aus dem in ihnen enthaltenen Wasserstoffgas das leuchtende Gas, und aus dem Bitumen durch Destillation guten Theer. – Zu den S. gehört auch die Glanzkohle, Anthracit, von eisenschwarzer Farbe, welche jedoch zum Brennen starken Luftzug erfordert.

4.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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