Steinschneidekunst, Glyptik

Steinschneidekunst, Glyptik, Glyptik, Lithoglyptik, die Kunst, auf edleren Steinen erhaben (reliefartig) oder vertieft zu schneiden. Die ersten Spuren der S. finden sich bei den Indiern, Persern und Aegyptern, von denen sie zu den Griechen kamen, welche, und nach ihnen die Römer, diese Kunst zur höchsten Vollendung erhoben. Anfangs ging man ganz einfach dabei zu Werke: von den Polierern wurde den Steinplatten die rohe Form gegeben, worauf sie in die Hände der Steinschneider, Sculptoren, übergingen, welche sich beim Schneiden am gewöhnlichsten des Rades, der Diamantspitze und des Diamantstaubes bedienten. Noch bekunden die in großer Anzahl auf uns gekommenen Steine der Alten die ausgezeichnete Künstlerschaft derselben in diesem Fache; jedoch mit dem Verfall des röm. Reichs sank die S. von Tag zu Tag, und blühte erst wieder auf unter der Herrschaft der Mediceer, namentlich durch die Bemühungen des Lorenzo de Medicis, welcher selbst sehr schön in Carneol schnitt. Ambrosius Caradossa (1500) war der Erste, welcher den Diamant zur Sculptur gebrauchte. In Deutschland wurden Straßburg und Nürnberg (im 14. und 15. Jahrh.) die gastlichen und kunstsinnigen Pfleger der zarten Blüthe, und ausgezeichneten Ruhm erwarben sich in letztgenannter Stadt die Steinschneider Daniel Engelhard (st arb 1552) und Lucas Kilian. Jedoch die wahren Hersteller dieser Kunst sind Friedrich Natter, (geb. 1705), Pichler und Marchant. S. Gemmen.

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Steinschneidekunst — (Glyptik, Lithoglyphik), die Kunst, Gegenstände auf Edel und Halbedelsteinen reliefartig erhaben (Kameen, s. d.) oder vertieft (Gemmen, Itaglien) in sie eingegraben darzustellen, sowie überhaupt die Kunst, Edelsteine und Halbedelsteine zu… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Steinschneidekunst — Steinschneidekunst, Glyptik, Gemmoglyptik, die Fertigkeit, aus Edelsteinen, Glas, Muscheln etc. in erhabener oder vertiefter Arbeit reliefartige Gebilde, Figuren, Monogramme etc. hervorzubringen, blühte bes. im Altertum zur Zeit der Seleukiden… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Steinschneidekunst — ↑Glyptik, ↑Lithoglyptik …   Das große Fremdwörterbuch

  • Steinschneidekunst — Die Artikel Steinschneidekunst und Glyptik überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen. Beteilige dich dazu an der Diskussion über diese Überschneidungen. Bitte entferne diesen Baustein… …   Deutsch Wikipedia

  • Glyptik — Glyptik, die Kunst, in Stein zu schneiden, siehe Steinschneidekunst …   Damen Conversations Lexikon

  • Steinschneidekunst — Stein|schnei|de|kunst 〈f. 7u; unz.〉 Bearbeitung von Edel u. Halbedelsteinen zu Gemmen u. Kameen; Sy Glyptik (1.1), Steinschnitt * * * Stein|schnei|de|kunst, die <o. Pl.>: Kunst des Gravierens von erhabenen od. vertieften Reliefs in… …   Universal-Lexikon

  • Glyptik — Die Glyptik (dt: Steinschneidekunst) ist die plastische Bearbeitung von Halb und Ganzedelsteinen, Bergkristall und ähnlichen Steinsorten mit Hilfe von Schneid und Schleifgeräten. Das Wort Glyptik leitet sich vom altgriechischen „glyphein“ ab.… …   Deutsch Wikipedia

  • Glyptik — Glỵp|tik 〈f. 20; unz.〉 1. 〈i. e. S.〉 = Steinschneidekunst 2. 〈i. w. S.〉 jede Art von Bildhauerei [→ Glypte] * * * Glỵptik   [griechisch glyptike̅ (téchnē) »Schnitzkunst«, »Steinschneidekunst«] die, , die Steinschneidekunst.   * * * Glỵp|tik,… …   Universal-Lexikon

  • Glyptik der Indus-Kultur — Siegel der Indus Kultur (Britisches Museum) Mit Glyptik bezeichnet man die Steinschneidekunst im besonderen Hinblick auf Siegel. Siegel haben in der Kunst Vorderasiens einen hohen Stellenwert. Sie sind oft beschriftet und mit Szenen dekoriert,… …   Deutsch Wikipedia

  • Glyptik — Glỵp|tik 〈f.; Gen.: ; Pl.: unz.〉 1. Steinschneidekunst 2. jede Art von Bildhauerei [Etym.: → Glypte] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

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