Stenographie

Stenographie, eigentlich Engschreibekunst, überhaupt Schnellschreibekunst (Tachygraphie), die Kunst, mittelst einer gewissen Schrift eine Rede oder überhaupt etwas Gehörtes sofort und ebenso schnell, als es gesprochen wird, von Wort zu Wort nachschreiben zu können. Das Geschriebene muß aber der Stenograph ebenso geläufig wieder ablesen können. Zur Schrift bedient man sich einfacher, flüchtiger und leicht verbindbarer Zeichen. Schon die Römer kannten eine Art Geschwindschrift, die jedoch große Mängel und Schwierigkeiten hatte, und mit dem Untergange des röm. Reichs verloren ging. Vergebens suchten die Päpste diese Kunst wieder zu wecken: erst mit der Einführung repräsentativer Verfassungen, namentlich in England, trat sie wieder in's Leben. Jetzt ist die S. in verschiedenen Methoden auch in Deutschland eingeführt worden, und unter ihnen dürfte sich das Gabelsberger'sche System der deutschen Redezeichenkunst in Bezug auf Schrift- und Schreibkürzung, Einfachheit, Flüchtigkeit und Bindungsfähigkeit nicht bloß der Wörter, sondern ganzer Linien, der größten Vollkommenheit erfreuen. Nächst Gabelsberger's Werke: »deutsche Redezeichenkunst oder Stenographie« dienen zur näheren Verständigung die Anleitung zur S. von Friedrich Mosengeil, welche 1796 zuerst und 1819 auf's Neue bearbeitet erschienen; ferner die von Horstig (1797), Leichtlein (1819) und die neueste von Nowak (1830).


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • sténographie — [ stenɔgrafi ] n. f. • 1760; « reproduction résumée » h. 1572; de sténo et graphie 1 ♦ Écriture abrégée et simplifiée, formée de signes conventionnels qui permettent de noter la parole à la vitesse de prononciation normale (⇒ sténotypie). « L… …   Encyclopédie Universelle

  • Stenographie — Sténographie  Cet article concerne l écriture abrégée. Pour l art de la dissimulation, voir Stéganographie. L écriture …   Wikipédia en Français

  • Stenographie — (v. gr.) I. Wesen u. Name. Die S. ist die Kunst ebenso schnell zu schreiben, wie gesprochen wird, demnach eine höhere Schreibkunst u. Schreibwissenschaft. Wenn die gewöhnliche Schrift um desto vollkommener zu erachten ist, je mehr sie nicht nur… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Stenographie — (griech., »Engschrift«, hierzu die Tafeln »Stenographie I IV« mit Textbeilage: »Geschichte und Systeme der Stenographie«), von J. Willis 1602 gebildetes Wort, auch Tachygraphie oder Okygraphie (beides = Schnellschrift, Geschwindschrift),… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • sténographié — sténographié, ée (sté no gra fi é, ée) part passé de sténographier. Un discours sténographié …   Dictionnaire de la Langue Française d'Émile Littré

  • Stenographie — Sf Kurzschrift erw. fach. (18. Jh.) Neoklassische Bildung. Entlehnt aus ne. stenography, einer Neubildung zu gr. stenós eng, schmal und gr. gráphein schreiben . Ersatzwort ist Kurzschrift. Verb: stenographieren; Täterbezeichnung: Stenograph;… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Stenographie — Stenographīe (grch., »Engschrift«) Kurzschrift oder Schnellschrift, die mit möglichster Ersparnis an Schriftzügen, daher mit großer Raum und Zeitersparnis bewirkte lesbare Darstellung des Gedachten und Gehörten, Laut oder Buchstabenschrift, die… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Stenographie — Stenographie, griech. deutsch = Engschreibekunst, ist die Kunst, vermittelst Abkürzungen u. Zeichen schnell u. auf wenig Raum zu schreiben, wird besonders gebraucht, um einen mündlichen Vortrag (Reden, akademische Vorlesungen etc.) wortgetreu… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Stenographie — Stenographie→Stenografie …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Stenographie — Als Vorläufer der Stenographie sind die zur Raumersparnis (Ausnutzung des unzureichenden und teuern Schreibmaterials) sowie zum (auszugsweisen) Nachschreiben von Vorträgen und Reden geschaffenen Abkürzungen der Volksschrift (Abbreviaturen, Sigel …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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