Teufel

Teufel. Dem uralten, orientalischen Begriffe einer Götterzweiheit, getheilt in Licht und Finsterniß, Gutes und Böses, wobei jedoch das Erstere überwiegend erscheint, entkeimte auch im Judenthume die Idee eines bösen Princips, das dem einzigen Gotte feindlich entgegenwirke, und seine alte, durch Uebermuth verlorene Weltherrschaft wieder zu erlangen strebe, Satan (s. d.), Beelzebub, Lucifer, griechisch Diabolos genannt. Diese Idee ging dann auch in das Christenthum über und schlug, durch die Kirchenväter genährt, bald tiefe Wurzel. Man bildete den T. nun auch auf alle Weise ab, schreckend in Thiergestaltung oder mindestens mit thierischen Theilen, als Hörnern, Klauen, Pferde-, Bockfuß etc., geschwänzt, dann auch als Greif, Löwe, Drache, Bock. Als Bock zumal war der T. der stereotype Meister vom Stuhl in den Hexenvereinen. Dieses führt zur Betrachtung der allgemein geglaubten Teufelsbündnisse um irdische, gemeine und sinnliche Freude, als deren Repräsentant in der deutschen Volkssage Dr. Faust dasteht. Der Preis solcher Bündnisse war die dem Bösen mit dem eigenen Blute verschriebene Seele und deren dauernde Pein in der Hölle (s. d.), welche letztere die Phantasie jener Zeit nicht grausenhaft genug ausmalen konnte.

–ch–


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Teufel — (s. ⇨ Teixel). 1. A mol muess ma m Teuffel uff de Wedel treta. – Birlinger, 1036. 2. All, wat de Düwel nich lesen kann (will), dat sleit he vörbi (oder: sleit he äwer). – Frommann, II, 389, 123; Eichwald, 346; Goldschmidt, 57; Kern, 1430. 3. Als… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Teufel — Teufel: Der Name des nach der christlichen Lehre von Gott abgefallenen und zum Widersacher Gottes gewordenen Engels, mhd. tiuvel, tievel, ahd. tiufal, wurde entweder im Zuge der arianischen Mission aus got. diabaúlus, diabulus aufgenommen, das… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Teufel — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Bsp.: • Was zum Teufel ist hier passiert? …   Deutsch Wörterbuch

  • Teufel — (grch. diábolos, »Verleumder«; hebr. satan, »Widersacher«; im N. T. auch Beelzebub, Belial, später Luzifer), in der jüd. und christl. Theologie die Verkörperung des Bösen in Gestalt des Obersten der Dämonen (s.d.); die Lehre vom T. wurde erst (s …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Teufel — Teufel, vielleicht vom griech. latein. diabolus (Verläumder), woher offenbar das ital. diavolo, frz. diable und engl. devil stammt, auch Satan (Widersacher), Lucifer (Lichtbringer, Morgenstern), Belzebub, Belial, Fürst dieser Welt, Höllenfürst,… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Teufel — ↑Antichrist, ↑Beelzebub, ↑Dämon, ↑Diable, ↑Diabolus, ↑Luzifer, ↑Satan, ↑Urian …   Das große Fremdwörterbuch

  • Teufel — Sm std. (8. Jh.), mhd. tiufel, tiuvel, tievel, ahd. tiuval, tiuval, as. diu␢al Entlehnung. Wie afr. diōvel, ae. dēofol, anord. djo̧full entlehnt aus früh rom. * diuvalus, Variante von l. diabolus, aus gr. diábolos Verleumder (gr. diabállō ich… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Teufel — Der Teufel kommt in unzähligen sprichwörtlichen Redensarten vor, von denen hier nur ein Teil herausgegriffen werden kann.{{ppd}}    Den Teufel mit Beelzebub austreiben: ein Übel durch ein noch schlimmeres Übel beseitigen. Die Redensart geht auf… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Teufel — Satan Stich von Gustave Doré in John Miltons Paradise Lost Der Teufel (von griechisch Διάβολος, Diábolos, wörtlich ‚der Durcheinanderwerfer‘ im Sinne von ‚Verwirrer‘, ‚Faktenverdreher‘, ‚Verleumder‘; lateinisch diabolus) wird in verschied …   Deutsch Wikipedia

  • Teufel — Satan; Diabolo; Beelzebub; Dämon; Luzifer; Antichrist; Gottseibeiuns; Mephistopheles * * * Teu|fel [ tɔy̮fl̩], der; s, : Gestalt, die das Böse verkörpert: der leibhaftige Teufel; den Teufel austreiben, verjagen …   Universal-Lexikon

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