Trollope, Mistreß Frances

Trollope, Mistreß Frances, die neuere Toryschriftstellerin per excellence, lebte und reiste von 1826–31 in den vereinigten Staaten, wo sie auch kurze Zeit ein Erziehungsinstitut leitete. Als Frucht dieses Aufenthaltes gab sie ihre »Reise in Nordamerika« (2 Bde) heraus, in der sie die nordamerikanischen Sitten, besonders auch die gesellschaftlichen Verhältnisse dieses Landes und das Unanständige mehrerer dortiger Gebräuche mit grellen, oft viel zu stark aufgetragenen Farben schildert. Daher nennt man jetzt in Amerika scherzweise jeden Verstoß gegen den Anstand Trollopismus. Doch bietet dieses Buch viel Interessantes dar und hat großes Aufsehen gemacht. Einer spätern Reise nach Belgien, Frankreich etc. verdanken die Reisebeschreibungen: »Paris und die Pariser« (3 Bde), und »Belgien und Westdeutschland« (2 Thle) ihre Entstehung. Sie spricht sich darin sehr stark und bitter gegen die Julirevolution und gegen die romantische Schule, namentlich gegen Victor Hugo, aus, setzt ebenfalls Belgien sehr herab, lobt aber Westdeutschland bis auf das Tabakrauchen der Männer. Außerdem erschienen bis jetzt von ihr zwei Romane: »Tremordyn Cliff« (3 Bde) und Jonathan Jefferson Whitlan, oder Scenen am Mississippi« (3 Bde), welche indeß beide ziemlich matt sind. Jetzt lebt Mistreß T. wieder in England.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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